âlwurz
Band I, Spalte 188
Symbol XML-Datei TEI Symbol PDF-Datei PDF Zitat-Symbol Zitieren

âlwurz f. i-St., nur einmal belegt in Gl. 3, 525,
43 (14. Jh., obd., also mhd.) als Interpretamen-
tum von lat. asar, dem anderwärts meist ahd.
hasalw(u)rz entspricht, Haselwurz (Asarum eu-
ropaeum L.) oder die Weberkarde (Dipsacus
fullonum L.). Auch ein ndd. Gegenstück, ālwort,
begegnet nur einmal, Gl. 3, 522, 10 (12. Jh.) als
Glosse zu borit, d. i. Waid (Isatis tinctoria L.)
oder wahrscheinlicher Waschwurz (Saponaria
officinalis L.): Borit alwort vł [west] weschwrt.
Wie sich aus Steinmeyers textkritischen Fußno-
ten ergibt, steht west über der Zeile fälschlich
für wesch? Das darauffolgende wesch/wrt ist
noch eigens durch Striche auf borit bezogen;
nach Marzell, Wb. d. dt. Pflanzennamen III, 104
wird die Bez. Waschwurz für Saponaria officina-
lis noch heute regional vielfach gebraucht.
Dagegen sind textkritische Eingriffe, wie etwa
al- in alant- (s. d.) verbessern zu wollen (Ahd.
Wb. I, 309), angesichts der zweifachen Überlie-
ferung aus zeitlich und räumlich weitentlege-
nen Bezirken abzulehnen; sonst könnte man
hinter alwurz = asar auch ein verderbtes
(has)alwurz vermuten (s. o.).

Ahd. Wb. I, 309; Starck-Wells 22; E. Björkman, Zfdt.-
Wortf. 3 (1902), 281. Vgl. auch Marzell, Wb. d. dt.
Pflanzennamen I, 457 (Asarum europaeum L.); II, 1047
(Isatis tinctoria L.); III, 104 (Saponaria officinalis L.).
1510 ff., bes. 1522 (Aalkrūt). Mittellat. Wb. I, 1012 f.
(*asar; asurum).

Mhd. âlwurz (mndd. ālwort), das sonst nir-
gends bezeugt wird, ist eine Zss. aus âl Aal (s.
d.) und wurz Kraut, Pflanze (s. d.), die, wie
schon Steinmeyer nahelegte, in ihrem Sachge-
halt sich mit dem viel bekannteren, besonders
auf ndd. Boden geläufigen Aalkraut (-krūd)
deckt. Es handelt sich um ein Gewächs, in des-
sen Nähe der Aal sich gerne aufhält: Wasser-
pest, Schwimmendes Laichkraut
(Potamoge-
ton), s. Westf. Wb. I, 87; Jungandreas, Ndsächs.
Wb. I, 7; Kück, Lüneb. Wb. I, 141, oder, noch
öfter, um eine Pflanze, die wie Petersilie, Thy-
mian, Majoran, Salbei oder Bohnenkraut zum
Würzen der Aalsuppe dient (also eigentlich
statt dreigliedrigem Komp. *Aal[suppen]kraut),
s. Schiller-Lübben, Mnd. Wb. I, 54; Jungand-
reas, Ndsächs. Wb. I, 7; Mensing, Schleswig-
holst. Wb. I, 5; Wossidlo-Teuchert, Mecklenb.
Wb. I, 7.

Information

Band I, Spalte 188

Zur Druckfassung
Zitat-Symbol Zitieren
Symbol XML-Datei Download (TEI)
Symbol PDF-Datei Download (PDF)

Lemma: