-dwâri
Band II, Spalte 909
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-dwâri, ein Kompositionshinterglied, das
sich nur in mandwâri, mandawâri sanftmütig,
gutmütig, friedlich
Tatian findet (Schütz-
eichel4 182). Wegen der Entsprechung ae.
mannðwǣre mild, sanft, freundlich (davon
abgeleitet ae. mannðwǣrness Freundlichkeit,
Höflichkeit
), dessen zweites Glied aus dem
Adj. ae. ðwǣre verbunden, einig; gehorsam,
angenehm, gefällig; sanft, glücklich
(davon
ae. ðwārian in Übereinstimmung bringen) be-
steht, kann das ahd. Wort nicht, wie Grimm,
Dt. Gr.a II, 568 Anm. (gegenüber II, 540:
man-dwâri) es tut, in mand- (zu ahd. mand-ag
heiter, fröhlich) und -wâri wie in mit(i)wâri
sanftmütig, alawâri freundlich, zugeneigt,
zurwâri verdächtig (s. d. d.) zerlegt werden.
Die Vorform urgerm. *þwēri/ ija- von ahd.
-dwâri, ae. ðwǣre stellt sich vielmehr in der
Bedeutung verbunden, ursprl. gemischt, zu
ahd. dweran mengen, durcheinander wirbeln,
mischen
(s. d.). Aus der Bedeutung verbun-
den
im übertragenen Sinn (vgl. nhd. verbun-
den in ich bin Ihnen sehr verbunden) müßten
sich dann Bedeutungen wie freundlich, zuge-
neigt
entwickelt haben, und in der Fortsetzung
der Zusammensetzung westgerm. *mann-
þwāri/ ija-, eigentlich dem Menschen verbun-
den, freundlich
, die Bedeutung von mann- all-
mählich verblaßt sein.

Holthausen, Ae. et. Wb. 373; Bosworth-Toller, AS
Dict. 670. 1082.

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