mîda f. ō(n)-St., Gl. 2,20,44 (Hs. 11.
Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt): ‚Zurück-
haltung, Schamgefühl; verecundia, pudicitia‘
(frühmndl. mide f. ‚Verzagtheit, Scham‘ [a.
1265–1270] in der Verbindung alsonder mi-
de ‚ohne Verzögerung, schamlos‘, mndl. mide
f. ‚Schande, Schmach‘; vgl. mhd. mîd st.m.
‚Vermeidung, Unterlassung, Verachtung, Ver-
schmähung‘). Verbalabstraktum zum st.v. I mî-
dan (s. d.). – Ahd. Wb. 6, 543; Splett, Ahd. Wb.
1, 621; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 780; Schütz-
eichel⁷ 222; Starck-Wells 412; Schützeichel,
Glossenwortschatz 6, 363.