minnônAWB sw.v. II, im Abr (1,6,26 [Pa,
Ka, Ra]. 78,40 [Pa, Kb]) und weiteren Gl., I, T,
OT, MF, B, GB, MH, APs, LB, O, Oh, RB, BB,
MB, NBo, NMC, Nps, Npg, Npw, OG, Prs A/
B/C, WH und BGB III: ‚lieben, leidenschaft-
liche Liebe empfinden, schätzen, verehren, an-
hänglich sein, hegen; adamare, affectare, ama-
re, amplecti, ardēre, colere, complacēre, de-
siderare, dilectionem habēre, diligere, exop-
tare, fovēre, humane tractare, inhaerēre, lae-
tari, mulcere, non repellere, optare, perire,
require, tendere, tractare, zelari‘, minnôn furi
‚mehr schätzen als; sectari‘, daz minnôn ‚Lie-
be, Zuneigung; dilectio‘, part.präs. minnônti
‚intensiv liebend; valde adamans‘, fasto min-
nôn ‚zärtlich lieben; tenere diligere‘, diu wâr-
heit minnôn ‚Aufrichtigkeit verlangen; verita-
tem requirere‘, desa weralt minnôn ‚sich mit
dieser abgründigen Welt abgeben; in profun-
ditate huius mundi versari‘ (mhd. minnen sw.v.
‚beschenken, lieben, gütlich vergleichen‘, in
der synonymen Paarformel minnen unde mei-
nen ‚lieben‘, wëder minnen noch meinen ‚über-
haupt nicht lieben‘ [Friedrich 2006: 297], nit
minnen mugen ‚impotent sein‘, in der Begrü-
ßungsformel got minne dich, frühnhd. minnen
sw.v. ‚lieben, achten, pflegend lieben, freizügig
lieben‘, nhd. minnen sw.v. [nur noch scherz-
haft] ‚lieben‘; as. minnion sw.v. II ‚lieben‘ [Hel
und SB], mndd. minnen sw.v. ‚lieben, gern
haben, schätzen, sich zuneigen‘, in der Anrede
geminde vründe ‚liebe Freunde‘; andfrk. min-
non sw.v. II ‚lieben, lieb haben, gern haben‘
[a. 901–1000], frühmndl., mndl. minnen sw.v.
‚dss.‘; afries. minnia sw.v. ‚lieben‘). Denomi-
nale Bildung. S. minna. – giminnônAWB in B, GB,
BGB II/III und Gl. 2,132,61 (Hs. Mitte des 12.
Jh.s, Zeit des Gl.eintrags unbekannt, bair.): ‚lie-
ben, verehren; colere, diligere‘ (mhd. gemin-
nen ‚lieben, gütlich beilegen‘; mndl. gemin-
nen ‚lieben, lieb haben‘). – Ahd. Wb. 6, 630 ff.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 625; Köbler, Wb. d. ahd. Spr.
420. 785; Schützeichel⁷ 224; Starck-Wells 415;
Schützeichel, Glossenwortschatz 6, 384 f.