girîmanAWB st.v. I (prät. -reim, –, –), bei
O: ‚zählen, gerechnet werden, gehören, zuteil
werden‘. Nur O hat ein st. Prät. zu diesem Verb.
Sonst begegnet im Dt. (s. u.) sowie in den ande-
ren germ. Sprachen ausschließlich ein denomi-
nales sw.v. I rîmen ‚zählen‘ (< urgerm. *rei̯m-
ii̯e/a-) (s. d.) zum Subst. rîm m. ‚Zahl, Berech-
nung‘ (< urgerm. *rei̯m-a-) (s. d.). Diese ist mit
Seebold, Germ. st. Verben 370 als sekundär zu
beurteilen: Neben der allgemein vorhandenen
Tendenz zur Überführung von Verben mit dem
Wz.vokal westgerm. *-ī- in die st. I. Klasse
(vgl. auch das Lehnwort lat. scrībere ‚schrei-
ben‘ → skrîban [s. d.]), scheinen hier auch noch
die Bedingungen des Reims im O-Text eine
Rolle gespielt zu haben. – Mhd. rîmen sw.v.
‚reimen, in Verse bringen‘, frühnhd. reimen
sw.v. ‚Verse machen, zusammenpassen, über-
einstimmen‘, nhd. reimen sw.v. ‚Reime bilden,
in Reimen ausdrücken‘.
Aus nhd. sich reimen ‚zueinander passen, mit
einander in Einklang bringen‘ sind slowen.
rȃjmati ‚sich schicken‘, slowen. narȃjmati
‚zufällig im rechten Moment kommen‘ über-
nommen.
Weiteres zur Etym. s. unter rîm, rîmen.
Ahd. Wb. 7, 1015; Splett, Ahd. Wb. 1, 749; eKöbler,
Ahd. Wb. s. vv. girīman, *rīman ?; Schützeichel⁷ 261;
Seebold, ChWdW9 678. 1101; Graff 2, 506; Lexer 2, 438;
Götze [1920] 1971: 175; Dt. Wb. 14, 668 ff.; Kluge²¹ 593
(s. v. Reim); Kluge²⁵ s. v. Reim; ePfeifer, Et. Wb. s. v.
Reim. – Seebold, Germ. st. Verben 370. – Striedter-
Temps 1963: 206; Bezlaj, Et. slov. slov. jez. 3, 146; Snoj,
Slov. et. slov.³ 623.
HB