rôst²
Volume VII, Column 648
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rôst² n. a-St., Gl. 2,439,31 (in 2 Hss. des
10. und 11. Jh.s, Zeit der Gl.einträge unbekannt,
bair.[-alem.]): ‚Dachwerk, Sparrenwerk; edi-
tus‘ 〈Var.: -o-〉. – Mhd. rôst st.m. ‚auf einge-
rammten Grundpfählen liegender Balken als
Unterlage‘, nhd. Rost m. ‚Balkenwerk auf ein-
gerammten Pfählen‘. Im Nhd. werden die Fort-
setzer von rôst¹ (s. d.) und rôst² als verschie-
dene Bed. eines Worts aufgefasst, dessen
Grundbed. ‚Gegenstand aus gitterartig angeord-
neten Holz- oder Metallstäben bzw. -drähten‘
gewesen sein kann. Etym. zugehörig ist das ur-
spr. Koll. nhd. Gerüst n. ‚Gefüge aus Pfeilern
und Planken aus Holz oder Metall‘, das von der
schwundstufigen Bildung ahd. rust ‚Rüstung‘
(s. d.) abgeleitet ist.
Weiteres zur Etym. s. d.

Splett, Ahd. Wb. 1, 1231; eKöbler, Ahd. Wb. s. v. rōst²;
Schützeichel⁷ 264; Starck-Wells 492; Schützeichel,
Glossenwortschatz 7, 473; Bergmann-Stricker, Katalog
Nr. 579. 771; Graff 2, 552; Dt. Wb. 14, 1280 f. (Bed. 2
s. v. Rost m. ‚craticula‘).

In den anderen germ. Sprachen entsprechen:
as. hrōst m. ‚Sparrenwerk‘; frühmndl. roest m.
‚Gaumen‘, mndl. roest m. ‚Dachgestühl, Dach-
rahmen, Dachbalken, Gaumen, Hühnerstange‘,
nndl. roest ‚Dachgebälk, Hühnerstange‘; ae.
hrōst m. ‚Dachbalken, Hühnerstange‘, me.
rooste, roust etc. ‚Hühnerstange, Stange, Bal-
ken‘, ne. roost ‚Dachgebälk, Hühnerhaus, Hüh-
nerstange, Rastplatz‘: < urgerm. *χrōsta-.

Tiefenbach, As. Handwb. 184; Sehrt, Wb. z. Hel.² 274;
Berr, Et. Gl. to Hel. 203; VMNW s. v. roest²; Verwijs-
Verdam, Mndl. wb. 6, 1554; Franck, Et. wb. d. ndl. taal²
555 (roest²); Suppl. 138; Vries, Ndls. et. wb. 585 (roest²);
Holthausen, Ae. et. Wb. 176; Bosworth-Toller, AS Dict.
563; eMED s. v. rọ̄ste n.²; Klein, Compr. et. dict. of the
Engl. lang. 2, 1356; eOED s. v. roost n.¹.

Urgerm. *χrōsta- geht auf eine Erweiterung von
urgerm. *χrōta- ‚Dach‘ (> got. hrot n. ‚Dach‘,
aisl. hrót n. ‚dss.‘ etc.), frühurgerm. *χrōt-s-ta-
< vorurgerm. *krōd-s-to- zurück; Weiteres zu
dieser Sippe und etwaigen außergerm. An-
schlüssen s. unter râza.
Aus dem Dt. gelangte das Wort auch in west-
slaw. Sprachen (wo es teils bald zusammen mit
der Entlehnung aus rôst¹ als ein Lexem begrif-
fen wurde); vgl. atschech., tschech., slowak.
rošt m. ‚Stahlrost, Holzrost, Grundbalken,
Querbalken‘, selten auch tschech. rošt’ f. ‚dss.‘;
während bei Newerkla 2011: 210 die Wörter
für ‚Rost‘ und ‚Balken‘ schon als ein Lexem be-
handelt werden, werden diese bei Machek
1997: 518 noch als rošt¹ ‚Rost‘ und rošt² ‚Bal-
ken‘ getrennt gehalten.

Walde-Pokorny 1, 485 f.; Pokorny 617 f. – Kopecká u. a.
2011: 147; Králik 2015: 510; Rejzek 2015: 600.

S. rôst¹.

HB

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