ruochen sw.v. I, in MF, PG, bei O, Os,
in NBo, NMC, Nps, Npg, Npw, RhC, WH,
GGB II, BGB III, MGB und Gl. 2,635,31.
664,50 (beide wohl 11. Jh., bair.): ‚sich küm-
mern, beachten, besorgt sein (um), Rücksicht
nehmen (auf), jmdm./etw. Beachtung schen-
ken, sich sorgen, ängstigen, Verlangen haben
(nach); curare, sollicitare‘, iowiht weraltlîcho
ruochen ‚auf irdischen Besitz aus sein; aliquid
in praesento mundo appetere‘, zumeist in Ver-
bindung mit der Neg. ni: ni ruochen ‚sich nicht
kümmern um (etw.), se claudere contra (ali-
quid), despicere; verachten, verschmähen, non
delectari; ablehnen, verweigern, missachten,
denegare; vernachlässigen, missachten, sich
verschließen, neglegere, vilescere; nicht wollen,
ablehnen, nolle; sich nichts machen aus, aliquid
nihilo pendere; missbilligen, tadeln, verwerfen,
reprobare; zurückweisen, verschmähen, respu-
ere; sich nicht scheren (um), spernere, non
timēre‘, iomannes ni ruochen ‚(jmdn.) mit Ver-
achtung strafen; aliquem indignum iudicare‘,
des sînen ni ruochen ‚sein Eigentum gering-
schätzen; privato suo non gaudēre‘, furdir
(iomannes) ruochen ni wellen ‚sich künftig
nicht (um jmdn.) kümmern wollen; oblivisci‘,
der ni ruochit waz er tuot ‚wer nicht bedenkt,
was er tut; temerarius‘, part.präs. ni ruochenti
‚unversöhnlich, unerbittlich; implacabilis‘ (mhd.
ruochen sw.v. ‚seine Gedanken auf etw. rich-
ten, besorgt sein, sich kümmern, begehren,
wünschen, berücksichtigen lassen‘, mit Neg.
en: ich enruochte ‚ich machte mir nichts dar-
aus‘, nhd. mdartl. ält. schweiz. ruechen sw.v.
‚Rücksicht nehmen, sich kümmern, geruhen‘
[Schweiz. Id. 6, 194 f. ruochen²], rhein. rüken
sw.v. ‚gründlich reinigen, aufräumen‘ [Müller,
Rhein. Wb. 7, 594 rüken²]; as. rōkian sw.v. I
‚sich kümmern um, Rücksicht nehmen auf‘
[Hel], mndd. rôken, rûken, rü̂ken sw.v. ‚besorgt
sein um etw., sich annehmen, geruhen, geneigt
sein, achten, beachten‘; andfrk. ruoken sw.v.
‚sich kümmern um‘ [a. 901–1000], frühmndl.
roeken sw.v. ‚sich interessieren für, achten auf,
sich kümmern um, begehren‘, mndl. roeken
sw.v. ‚dss.‘; ae. rēcan, rēccan sw.v. [prät.
rōhte] ‚sich sorgen um, besorgt sein‘; aisl.
rœkja sw.v. ‚auf etw. achten, sich kümmern‘:
< urgerm. *rōkii̯e/a-). Desubst. Bildung. S.
ruocha. – biruochen bei O und Gl. 2,207,23 (10.
Jh., alem.): ‚Sorge tragen (für), sich um etw. be-
mühen; aliquid diligenter facere‘, ni biruochen
‚hintansetzen; postponere‘ (mhd. beruochen
‚sorgen für, sich einer Person oder Sache an-
nehmen‘, frühnhd. beruchen ‚sich um jmdn.
oder etw. kümmern, jmdn. mit etw. ausstat-
ten, jmdn. bestatten, beerdigen‘, part.prät. be-
rucht ‚der Gnade Gottes teilhaftig‘, nhd.
mdartl. ält. schweiz. beruechen ‚gewähren, ge-
statten‘, part.prät. beruocht ‚gedacht, erwähnt‘
[Schweiz. Id. 6, 197]; mndd. berö̂ken ‚besor-
gen‘; ae. bereccan ‚erklären, sich auseinander-
setzen‘). – Ahd. Wb. 7, 1262 ff.; Splett, Ahd.
Wb. 1, 774; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. biruohhen,
ruohhen; Schützeichel⁷ 268; Starck-Wells 499;
Schützeichel, Glossenwortschatz 8, 35.
MK