sittero
Band VII, Spalte 1289
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sittero m. an-St., in Gl. ab dem 12.
Jh.: ‚Schwarze Nieswurz [auch als Schneerose,
Christrose bezeichnet]; elleborus‘ (Helleborus
niger) 〈Var.: fitro, sitro, stitro〉. – Der Ansatz
sittero erfolgt aufgrund des KVG sitter- in sit-
terwurz(a)
‚dss.‘ (s. d.); bezeugt ist das Wort in
dieser Form nicht.

Splett, Ahd. Wb. 1, 821; eKöbler, Ahd. Wb. s. v. sitro;
Schützeichel⁷ 283; Starck-Wells 528; Schützeichel,
Glossenwortschatz 8, 249; Diefenbach, Gl. lat.-germ.
199 (elleborum, -us).

In anderen germ. Sprachen scheinen keine Ent-
sprechungen des Simplex bezeugt zu sein: < ur-
germ. *sitran-?
Im Engl. sind aber me. seter ‚Schwarze Nies-
wurz‘ und die Komp. ne. (veraltet) und dial. set-
tergrass ‚dss.‘, setterwort ‚dss.‘ belegt.

eMED s. v. seter n.; eOED s. vv. settergrass n., setterwort n.

In lat.-lat. Glossaren begegnet vereinzelt lat. si-
terus, sitro als Gl. zu lat. elleborus. Lat. siterus
wurde dort als latinisierte Form für gr. ἰός
σιδήρου ‚Eisenrost‘ (wörtl. ‚Eisengift‘) angese-
hen, möglicherweise in Anspielung auf die Gif-
tigkeit der Pflanze. Andererseits könnte lat. si-
terus auch Entlehnung aus einer germ. Sprache
sein.
Urgerm. *sitran- widersetzt sich einer stimmi-
gen Etymologisierung.

Marzell [1943–79] 2000: 2, 800 f.

HB

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