skâfri m. ja-St., in Gl. seit dem Ende
des 9. Jh.s: ‚Schäfer; opilio, scaliziz [lingua ig-
nota, Hildeg.]‘ (mhd. schæfære st.m. ‚Schä-
fer‘, nhd. Schäfer m. ‚Schafhirte, jmd., der be-
rufsmäßig Schafe hütet‘; mndd. schâpêr[e],
schêper[e] m. ‚Schäfer‘; mndl. schaper[e],
scheper m. ‚Schäfer‘). Ableitung von skâf mit
dem Nomina agentis bildenden Suff. -ri
(s. dd.). – skâfeszunga f. ōn-St., in Gl. seit
dem 11. Jh.: ‚(Großer) Wegerich; arnoglossa,
lingua agnina, vervecina lingua‘ (Plantago
maior L.; vgl. Marzell [1943–79] 2000: 3,
815 ff. 823) (mhd. schâfzunge sw.f. [verein-
zelt] ‚(Großer) Wegerich; agniglossa‘, nhd.
dial. schwäb. schafzunge f. ‚Großer Wege-
rich‘ [Fischer, Schwäb. Wb. 5, 666], sieben-
bürg.-sächs. schafzunge, šōftsaŋ, šeōftsąŋ f.
‚Wegerich‘ [Schullerus, Siebenbürg.-sächs.
Wb. 10, 203], ndsächs. schāptunge f.? ‚Spitz-
wegerich, Großer Wegerich‘ [Jungandreas,
Ndsächs. Wb. 10, 518]; mndd. schâpestunge f.
‚Wegerich‘; mndl. schaepstonge f. ‚Kleiner We-
gerich‘). Zusammenrückung aus dem Gen.Sg.
von skâf und zunga (s. dd.). Das ahd. Wort
ahmt die lat. Bezeichnungen lingua agnina /
vervecina ‚Lämmerzunge‘ nach, die ihrerseits
Lehnübersetzungen aus dem gr. Namen der
Pflanze, ἀρνόγλοσσον n. ‚Lammzunge‘, sind.
Das urspr. Benennungsmotiv kann in der
länglichen Form der Blätter liegen und war
dann leicht nachvollziehbar. – Splett, Ahd.
Wb. 1, 828. 1201; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv.
skāfāri, skāfeszunga; Schützeichel⁷ 284; Starck-
Wells 530; Schützeichel, Glossenwortschatz
8, 263 f.
DSW