skâchri m. ja-St., in Gl. ab dem 12.
Jh. (doch s. u.), T, O, L, NBo, Npg, SH:
‚Räuber, Schächer; latro‘ (mhd. schâchære,
schæchære[r] st.m. ‚Räuber, Schächer‘, nhd.
[veraltet] Schächer m. ‚Räuber, Verbrecher,
bes. von den beiden neben Christus gekreuzig-
ten Verbrechern, armseliger Mensch‘; mndd.
schâker, schêker m. ‚Räuber‘; frühmndl. sca-
kere m. ‚Räuber‘, mndl. schaker m. ‚Räuber,
Bandit, neben Christus gekreuzigter Verbre-
cher‘; afries. skākere, skāker m. ‚gewalttätiger
Räuber‘; ae. scēacere m. ‚Räuber‘). Hierher ge-
hört wohl als Fehlglossierung auch der Beleg,
der im Clm. 6383 (um 800, alem.) lat. praetor
glossiert; vgl. die Edition von Ernst-Nievergelt-
Schiegg 2019: 416 Nr. 403 und s. hier s. v. un-
diskchôn. Nomen agentis zu skâh (s. d.) mit
Suff. -ri (s. d.). – skâchen sw.v. I, nur im Adv.
skâchento in Gl. 2,88,65 (9. Jh., obd.), hierher
gehört trotz der Schreibung 〈sceh-〉 nach der
Bedeutung auch 2,96,68 (2 Hss., 2. Hälfte des
9. Jh.s, alem. und 1. Viertel des 12. Jh.s, a-
lem.): ‚durch Landstreicherei; vagando‘ (mhd.
schâchen sw.v. ‚auf Raub ausgehen, rauben‘;
mndd. schâken ‚berauben, ausplündern‘; mndl.
schaken sw./st.v. ‚eine Frau rauben‘). Denom.
Verb zu skâh (s. d.). – Splett, Ahd. Wb. 1, 828;
eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. skāhhāri, skāhhen;
Schützeichel⁷ 285; Starck-Wells 531; Schütz-
eichel, Glossenwortschatz 8, 271.
DSW