skamîn adj., in einer Gl. im Clm.
18556a (ab ca. 1000, bair.; vgl. Mayer 1974: 99,
8): ‚schändlich?; saecularis‘. Ableitung von
skama mit dem Adj. bildenden Suff. -în¹
(s. dd.). – skammo ? adv., vielleicht in einer Gl.
im Clm. 4542 (Hs. vom Anfang des 9. Jh.s, Zeit
der Gl.einträge unbekannt, bair.; vgl. Mayer
1974: 53, 31): ‚kurz; succinte‘. Wenn skammo
richtig als die intendierte Form verstanden
wird, handelt es sich um ein Adv. zu skemmi
(s. d.). – skamôn sw.v. II, in Gl. 1,723,23. 24
(beide aus derselben Hs., 10. Jh., frk.): ‚sich
schämen; confitēri, confusus esse‘ (andfrk. ska-
mon sw.v. ‚sich schämen‘; afries. skamia,
skomia sw.v. ‚sich schämen‘; ae. sceamian
sw.v. ‚sich schämen‘, unpers. ‚beschämen‘).
Denom. Verb zu skama (s. d.). – Splett, Ahd.
Wb. 1, 832. 839; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv.
skamīn, skammo*?, skamōn; Schützeichel⁷ 285;
Starck-Wells 532; Schützeichel, Glossenwort-
schatz 8, 279.
DSW