afurskrîban
Band VIII, Spalte 257
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afurskrîban in einer Gl. in der Hs. Lon-
don, Add. 23931 (10. Jh., wohl frk.; vgl. H.
Thoma, PBB 73 [1951], 228): ‚abschreiben;
rescribere‘. – foraskrîban in Gl. 1,667,7. 8. 9.
11 (mehrere Hss. ab dem 10. Jh.): ‚obenan
schreiben; praeferre‘ (mhd. vor schrîben ‚vor-
schreiben‘, frühnhd. vorschreiben ‚vor etw.
schreiben, als Muster schreiben, eine Anwei-
sung erteilen‘, nhd. vorschreiben ‚verordnen,
eine Anweisung erteilen, [veraltend] etw. zuvor
schreiben‘; mndd. vorschrîven ‚schriftlich mit-
teilen, fehlerhaft schreiben‘; frühmndl. vore-
scriven ‚zuvor schreiben, zuvor schriftlich mit-
teilen, vorschreiben‘, mndl. voreschriven ‚dss.‘;
afries. foreskrîva ‚schriftlich laden‘, part.prät.
foreskrîven ‚zuvor geschrieben, vorgenannt‘;
ae. forscrīfan ‚einschreiben, verbannen‘). –
furdirgiskrîban in Gl. 2,265,21 (um 1000,
bair.). 22 (2. Hälfte des 10. Jh.s, bair.): ‚nieder-
schreiben; transferre‘. – furdirskrîban in Gl.
2,265,22 (2. Hälfte des 10. Jh.s, bair.). 23 (um
1000, bair.): ‚niederschreiben; transferre‘. – furi-
skrîban
in Gl. 2,48,2 (wohl 11. Jh., obd.): ‚oben-
an schreiben; praefigere‘ (frühnhd. fürschrei-
ben ‚aufschreiben, vorschreiben, als Empfeh-
lung schreiben‘ [Dt. Wb. 4, 801 f.]; mndd.
part.prät. vȫr[ge]schrēven ‚bereits genannt,
oben erwähnt‘). – giskrîban im Abr und in Gl.
2,344,34 (1. Hälfte des 9. Jh.s, bair.), MF,
GSch, O, N: ‚(auf-)schreiben, niederschreiben,
eintragen; ascribere, conscribere, taxare‘ (mhd.
geschrîben ‚schreiben, beschreiben, schildern‘,
frühnhd. geschreiben ‚schreiben, beschreiben‘;
as. giskrīvan ‚aufschreiben‘; frühmndl. ghescri-
ven ‚beschreiben‘, mndl. gescriven ‚schreiben,
schriftlich niederlegen, beschreiben‘; ae. gescrī-
fan ‚vorschreiben, einschreiben‘). – irskrîban
bei O: ‚aufschreiben‘ (mhd. erschrîben ‚zu Ende
schreiben‘, frühnhd. erschreiben ‚aufschreiben,
mitschreiben‘, nhd. erschreiben ‚durch Schrei-
ben erlangen‘; mndl. erscriven ‚umschreiben‘). –
zuoskrîban in Gl. ab dem 10. Jh.: ‚anfügen, an-
merken, festsetzen; annotare, compingere, sub-
icere‘ (mhd. zuo schrîben ‚schriftlich zusichern,
schriftlich zukommen lassen‘, frühnhd. zu-
schreiben ‚schriftlich mitteilen, widmen, zueig-
nen, überschreiben, beilegen, Urheberschaft
vermuten‘, nhd. zuschreiben ‚zuweisen, Urhe-
berschaft vermuten, [veraltet] hinzu schreiben,
jmdm. schreiben, zueignen, überschreiben‘;
mndd. toschriven ‚schriftlich mitteilen, beilegen‘;
mndl. toeschriven ‚schriftlich mitteilen, schrift-
lich zueignen, dazu schreiben, zuschreiben, Ur-
heberschaft annehmen‘; afries. tōskrīva ‚schrift-
lich mitteilen, schriftlich bestätigen, schriftlich
zuweisen, [eine Strafe] auferlegen‘). – Splett,
Ahd. Wb. 1, 859; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. afur-
skrīban, foraskrīban, furdirgiskrīban, furdir-
skrīban, furiskrīban, giskrīban, irskrīban, zuo-
skrīban; Schützeichel⁷ 293; Starck-Wells 548;
Schützeichel, Glossenwortschatz 8, 387 f.

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