skurgen
Band VIII, Spalte 344
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skurgen sw.v. I, seit dem Anfang des 9.
Jh.s in Gl. und in C: ‚(fort-/herab-)stoßen, her-
abstürzen, drängen, schieben, (fort-)treiben;
detrudere, impellere, impingere, praecipitare,
propellere, trudere‘ 〈Var.: sc-; -ra-, -re-;-c(h)-〉.
Der Beleg in Gl. 2,517,23 gehört wohl nicht
hierher (s. skurien). – Mhd. schürgen, schurgen
sw.v. ‚schieben, stoßen, treiben‘, frühnhd. schur-
gen sw.v. ‚vor sich her stoßen‘, nhd. (landschaft-
lich) schürgen sw.v. ‚schieben, stoßen, treiben‘.

Splett, Ahd. Wb. 1, 866; eKöbler, Ahd. Wb. s. v. skurgen;
Schützeichel⁷ 295; Starck-Wells 553; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 8, 418; Seebold, ChWdW9 761. 1108; Graff
6, 542; Heffner 1961: 128; Lexer 2, 829; 3, Nachtr. 363;
Götze [1920] 1971: 196; Diefenbach, Gl. lat.-germ. 465
(propellare); Götz, Lat.-ahd.-nhd. Wb. 680 (trudere); Dt.
Wb. 15, 2044 ff.
; Kluge²¹ 684 (s. vv. schüren, schurigeln);
Kluge²⁵ s. v. schüren; ePfeifer, Et. Wb. s. vv. schüren,
schurigeln. – DRW 12, 1455. – Riecke 1996: 251.

In den anderen germ. Sprachen entsprechen: as.
skurgian sw.v. ‚stoßen, (ein Schiff) auflaufen
lassen‘; andfrk. skurgen sw.v. ‚(nieder-/um-/
weg-)stoßen, abwenden‘, nndl. dial. schurgen
sw.v. ‚einen Schubkarren schieben, schleppen,
schuften‘: < westgerm. *skurgii̯e/a-.
Das Verb ist eine Ableitung mit einem in der
Verbalbildung sonst kaum bezeugten Suff. ur-
germ. *-ǥ- von der Wz. urgerm. *skur-, die u. a.
auch in ahd. skora (s. d., auch zur weiteren Etym.)
vorliegt. Daher gehört das Verb letztendlich zur
Wz. uridg. *skeu̯h₂- ‚stochern, stoßen‘.

Fick 3 (Germ.)⁴ 470 f.; Tiefenbach, As. Handwb. 351;
ONW s. v. skurgen. – Walde-Pokorny 2, 552; Pokorny
954; LIV² 561. – Wissmann 1932: 82.

S. skora.

RS
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