snîdri* m. ja-St., im SH und weiteren
Gl.: ‚Schneider; incisor, sartor‘ (nhd. Schneider
m. ‚jmd., der schneidet, Gerät zum Schneiden,
Hersteller von Kleidung, Weberknecht [ein Spin-
nentier]‘; mndd. snîder m. ‚Schnitter, Schnitzer,
Gerät zum Schneiden, Lederhändler, der im Aus-
schnitt verkauft, Schneider‘; frühmndl. snidere
m. ‚jmd., der schneidet, Schneider, Stoffhändler,
Schnitter‘, mndl. snider m. ‚dss.‘; afries. snīder
m. eine Berufsbez., meist komp., z. B. holtsnī-
there m. ‚Holzschneider‘). Nomen agentis zu
snîdan mit Suff. -ri (s. dd.). – snîdunga f. ō-St.,
in Gl. 4,346,23 (Hs. des 11. Jh.s, Zeit der Gl.ein-
träge unbekannt): ‚Einschnitt, Verbindungsstelle;
commissura‘ (mhd. snîdunge st.f. ‚das Schnei-
den, Beschneiden, Skultur‘, nhd. Schneidung f.
‚das Schneiden‘; vgl. mndl. snîdinge f. ‚Gras-
schnitt, Heumahd‘; vgl. frühmndl. snidinghe
f. ‚das Schneiden‘, mndl. snidinge f. ‚dss.‘; ae.
snīđung f. ‚Schneiden, Schnitt, Schlachten‘).
Abstraktum zu snîdan (s. d.) mit Suff. -unga
(s. -inga). – sniomo adv., im Abr (Gl. 1,66,23):
‚schnell; citato‘ (aisl. snemma, snimma adv.
‚früh[zeitig], einst, schnell, bald‘) (vgl. F.
Heidermanns, FS Rübekeil 2023: 165 f.). Adv.
zu einem Adj. urgerm. *sneu̯mna-, das im Ahd.
nicht fortlebt (s. sniumi, s. auch sliomo). –
Splett, Ahd. Wb. 1, 889; eKöbler, Ahd. Wb. s. v.
snīdunga; Schützeichel⁷ 301; Starck-Wells
565; Schützeichel, Glossenwortschatz 9, 16.