stabiklîn n. a-St., in Gl. 4,197,20 (Be-
ginn des 11. Jh.s, mfrk.): ‚kleiner Stab; bacil-
lus‘. Dimin. zu stab (s. d.) mit dem Suff.konglo-
merat -iklîn (s. -ichîn). – stabôd m. a-St., Gl.
2,148,68 (Mitte des 9. Jh.s, frk.): ‚Gerichtsver-
handlung; arguendum‘. Abstraktum zu stabôn
mit Suff. -ôd (s. dd.). – stabôn sw.v. II, in Gl.
2,26,16 (Hs. des 9. Jh.s, Zeit der Gl.einträge
unbekannt, obd.): ‚rechtsverbindlich geloben;
adramire‘ (mhd. staben sw.v. ‚zuweisen, den
Eid abnehmen‘, frühnhd. staben sw.v. ‚den Eid
abnehmen‘; mndd. stāven, stēven sw.v. ‚den
Eid vorsprechen‘; frühmndl. staven sw.v. ‚den
Eid vorsprechen‘, mndl. staven sw.v. ‚dss.‘;
afries. stavia sw.v. ‚dss.‘; ae. stafian sw.v.
‚dss.‘; aisl. stafa sw.v. ‚bestimmen, buchsta-
bieren, den Eid vorsprechen‘). Die zu stabôn
gehörigen Verben treten in den germ. Spra-
chen v. a. mit der Entsprechung von ahd. eid
‚Eid‘ (s. d.) als Objekt auf. Diese Verbindung
erscheint auch in dem Komp. ahd. eidstab
‚Eidleistung‘ (s. d.) mit germ. Verwandten. Die
Verben gehen wohl auf ein Intensivum in der
Bed. etwa ‚fest machen‘ zurück, das zur Sippe
von ahd. stab (s. d.) gehört. Zwar wäre formal
auch ein Denominativum von einem fem.
Abstraktum *staƀō- ‚Festigung, Befestigung‘
möglich, doch ist ein solches Grundwort nicht
bezeugt. – bistabôn in Gl. ab dem 9. Jh.: ‚be-
weisen, beeiden; arguere‘. – firstabôn im
SH: ‚erstarren; obrigēre, obstupescere‘. Ne-
benform zu firstabên (s. d.), die auf Flexions-
wechsel beruhen kann. – Splett, Ahd. Wb. 1,
919; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. bistabōn, fir-
stabōn, stabiklīn, stabōd, stabōn; Schütz-
eichel⁷ 309; Starck-Wells 583; Schützeichel,
Glossenwortschatz 9, 150. 151.