stâla f. ō-St., im Abr, bei O, RB: ‚Dieb-
stahl; furtum‘ (mhd. im HG von diupstâle st.f.
‚Diebstahl‘, nhd. im HG von Diebstahl; mndl.
stale f. ‚Diebstahl‘ ?; ae. stalu f. ‚Diebstahl‘).
Nominalisierung zu dem st. V. stelan (s. d.). –
stalfihu n. u-St., bei N: ‚Stallvieh; iumenta‘
(nhd. Stallvieh n. ‚Nutztiere, die in einem Stall
gehalten werden‘; mndl. stalvee n. ‚dss.‘). De-
terminativkomp. aus stal und fihu (s. dd.). –
stâlingûn adv., in Gl. 1,296,13 (2. Hälfte des 9.
Jh.s, wohl mfrk.): ‚heimlich; furtim‘. Adv. zur
Sippe von stâla (s. d.). Zur Bildeweise vgl.
Braune-Heidermanns 2018: § 269, 3. – stallri
m. ja-St., in Gl. 1,728,5 (Beginn des 12. Jh.s,
alem.): ‚Gastwirt; stabularius‘ (die Amtsbe-
zeichnung nhd. [obs.] Staller m., mndd. staller
m., ae. [spät] steallere m., aisl. stallari m. ‚Ver-
walter der Stallungen, hoher Beamter‘ weicht
semantisch ab und kann unabhängig gebildet
sein). Ableitung von stal mit Suff. -ri (s. dd.). –
Splett, Ahd. Wb. 1, 230. 920. 933; eKöbler, Ahd.
Wb. s. vv. stāla, stalfihu, stālingūn, stallāri;
Schützeichel⁷ 309; Starck-Wells 584; Schütz-
eichel, Glossenwortschatz 9, 156.
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