steg m. a-St., im Voc und weiteren Gl.:
‚Steg, verdeckter Gang, Fußsteig; cuniculus,
pedaneus, traiectus‘ (mhd. stëc, stëg m. ‚Steg,
schmaler Weg, schmale Brücke‘, nhd. Steg m.
‚kleine Brücke, schmaler, oft mit Holzplatten
versehener Weg, Brettchen eines Saiteninstru-
ments‘; vgl. mndd. stech n. ‚Steg, Bohlenweg,
Pfad, Laufplanke‘; vgl. aisl. stig n. ‚Schritt,
Stufe‘). a-stämmige Nominalisierung zu stîgan
(s. d.) mit schwundstufiger Wz. – stega f. ō(n)-
St., in Gl. seit der ersten Hälfte des 9. Jh.s, bei
N, WH: ‚Stiege, Leiter; ascensus, conscensio,
scala‘, giridana stega ‚Wendeltreppe; cochlea‘
(mhd. stëge st./sw.f. ‚Treppe‘, frühnhd. stege f.
‚dss.‘; mndd. stēge m./f. ‚Stufengang, aufge-
treppter Weg, schmaler Weg, Kirchenstufen‘;
vgl. aisl. uppstiga f. ‚Aufstieg‘). Nominalisie-
rung zu stîgan (s. d.) mit schwundstufiger
Wz. – stegareif m. a-St., in Gl. ab dem 11.
Jh.: ‚Steigbügel; ascensorium, staffa, stapia,
strepa‘ (mhd. stëg[e]reif st.m. ‚Steigbügel‘,
nhd. Stegreif m. ‚[obs.] Steigbügel‘, in der
Wendung aus dem Stegreif ‚ohne Vorbereitung,
ohne lange Überlegung‘; mndd. stēgerêip m.
‚Steigbügel‘; mndl. stegereep f.? ‚dss.‘). Deter-
minativkomp. mit Verbalst. im VG und subst.
HG. S. stegôn, reif. – stegôn sw.v. II, bei N:
‚emporsteigen; scandere‘ (mhd. stëgen sw.v.
‚betreten, gehen, steigen, trachten, bereiten, mit
einem Steg verbinden‘; mndd. stēgen sw.v.
‚Steig bereiten‘). Denom. zu stega (s. d.). –
stechal adj., in Gl. ab ca. 800, bei N: ‚schroff,
steil, spitz, rau, abschüssig, reißend, stößig;
abruptus, arduus, asper, clivus, cornupeta,
praecipitus, praeruptus‘ (mhd. stëchel adj.
,stechend, spitz, jäh, steil‘; vgl. as. stikul adj.
,höckerig, holprig‘, mndd. stekel adj. ,abschüs-
sig, abfallend, schnell verletzt‘; ae. sticol adj.
,steil, rau, schwierig, ragend‘). Bildung zu
stechan (s. d.), zum Suff. s. -il. – Splett, Ahd.
Wb. 1, 930. 938; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. steg,
stega, stegareif, stegōn, stehhal²; Schützeichel⁷
312. 313; Starck-Wells 588. 590; Schützeichel,
Glossenwortschatz 9, 182. 202 f.
DSW