stechido m. n-St., in Gl. ab dem 11. Jh.:
‚Seitenstechen; pleuritis, telum‘ (as. stekatho
m. ‚Seitenstechen‘). Abstraktum zu stechan mit
Suff. -ido (s. dd.). – stechila f. ō(n)-St., in Gl.
3,47,16 (13. Jh., frk.). 84,56 (um 1200, frk.,
SH): ‚Sägefisch; serra‘. Ableitung von stechan
(s. d.) mit Suff. -ila (s. -il). – stecho m. n-St., in
Gl. ab dem 9. Jh.: ‚Stachel, Seitenstechen; acu-
leus, telum‘ (mndd. stēke m. ‚Stich‘; mndl.
steke m./f. ‚Stechen, Stich‘). n-stämmige Bil-
dung zu stechan (s. d.). – stechôn sw.v. II, im
Abr und weiteren Gl., bei N, Npg: ‚(er-)ste-
chen, durchbohren, (an-)stacheln; compungere,
configure, figere, iugulare, stimulare‘. Bildung
zu stechan (s. d.; vgl. Wissmann 1932: 86 f.
108 f.). – anastechôn in Gl. 2,611,36 (Hs. des
11./12. Jh.s, Zeit der Gl.einträge unbekannt,
frk.): ‚niederstrecken, töten; ferire‘. – ste-
chunga f. ō-St., im Abr und weiteren Gl.: ‚Sta-
chel, Ansporn; aculeus, livor, stimulus‘ (mhd.
stëchunge st.f. ‚das Stechen‘, nhd. [ält.] Ste-
chung f. ‚dss.‘; vgl. mndd. stēkinge f. ‚das Ste-
chen, stechender Schmerz‘; vgl. mndl. stekinge
f. ‚dss.‘). Abstraktum zu stechan (s. d.) mit
Suff. -unga (s. -inga). – steiga f. ō-St., in Gl. ab
dem 11. Jh.: ‚ansteigender Weg, (steiler) Auf-
gang, Pass; ascensus, clivus‘ (mhd. steige st.f.
‚steile Straße, Anhöhe‘, in nhd. Steige f. ‚Stei-
gung, Stiege‘ sind Fortsetzer von ahd. steiga
und stîga [s. d.] zusammengefallen; got. staiga
f. ‚Steig, Weg; ῥύμη, τρίβος‘). a-stufiges kon-
kretisiertes Verbalabstraktum zu dem st. V., das
in ahd. stîgan (s. d.) fortgesetzt ist. Formal ent-
sprechen lett. staiga f. ‚Gang‘ und alit. staigà
adv. ‚plötzlich‘ (Casaretto 2004: 100; ALEW 2,
968). Wegen der Produktivität des Ableitungs-
musters kann es sich dabei jedoch um unabhän-
gige Parallelbildungen handeln. – steigal adj.,
in Gl. 2,316,23 (um 800, alem. [Rb]). 24 (frühes
9. Jh., alem.): ‚steil; abruptus‘ (mhd. steigel adj.
‚steil‘, nhd. steil adj. ‚stark ansteigend bzw. ab-
fallend‘; vgl. as. stēgali f. ‚abschüssiges Ufer‘,
mndd. stêi[g]el adj. ‚steil, jäh‘; frühmndl. steil
adj. ‚steil‘, mndl. steil adj. ‚dss.‘; ae. stǣgel adj.
‚dss.‘). a-stufige Bildung mit l-Suff. (s. -il) zur
Sippe von ahd. stîgan (s. d.). Zur Bildeweise
vgl. Heidermanns, Et. Wb. d. germ. Primäradj.
541 f., der mit einer Kreuzung aus urgerm.
*stai̯ǥra- adj. ‚steil‘ und urgerm. *stikla- adj.
‚aufragend‘ (s. stechal) rechnet. – Splett, Ahd.
Wb. 1, 929. 930. 938; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv.
anastehhōn, stehhado, stehhila, stehhōn, steh-
hunga, steiga, steigal, stekko; Schützeichel⁷
312; Starck-Wells 588; Schützeichel, Glossen-
wortschatz 9, 184 f. 186.
DSW