stellen
Band VIII, Spalte 1038
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stellen sw.v. I, im Abr und weiteren Gl.,
Ps 138, bei N, Npg: ‚(auf-)stellen, errichten,
setzen, anordnen, ansiedeln, unterbringen; ap-
ponere, collocare, consistere, locare, ponere,
stabulare, statuere‘ (mhd. stellen, stallen sw.v.
‚an eine Stelle bringen, zum Stehen bringen,
aufstellen, feststellen‘, nhd. stellen sw.v. ‚in
eine stehende Position bringen, an einem Ort
platzieren‘; as. stellian sw.v. ‚hinstellen‘,
mndd. stellen sw.v. ‚stellen‘; frühmndl. stellen
sw.v. ‚aufstellen, festlegen‘, mndl. stellen sw.v.
‚stellen, platzieren‘; afries. stella sw.v. ‚stel-
len‘; ae. stellan sw.v. ‚dss.‘). Wohl Denom. zu
stal (s. d.). Riecke 1996: 630 macht darauf auf-
merksam, dass es sich bei ahd. stellen und
seinen germ. Verwandten alternativ um ein
Kausativum handeln könnte, vorausgesetzt,
dass in diesem Verb und auch in dem Subst.
ahd. stal eine Wz. uridg. *stel- zugrunde liegt.
Wie s. v. stal erläutert, ist dies jedoch nur eine
von mehreren Möglichkeiten. Sollte ahd. stal
vielmehr zu der Wz. uridg. *steh₂- ‚stehen‘ (s.
stân, stantan) gehören und -l- also suffixal sein,
dann kann ahd. stellen nur eine denom. Bildung
fortsetzen. – bistellen bei O: ‚[mit Dornen] be-
krönen‘ (mhd. bestellen ‚umstellen, besetzen,
bestimmen, Feindseligkeiten einstellen, zum
Stehen bringen, zuweisen, besorgen, bringen‘,
frühnhd. bestellen ‚zum Stehen bringen, stellen,
positionieren, wohin bringen, besorgen, beschaf-
fen, besetzen, einnehmen, bestimmen, anstiften,
einsetzen, vollziehen, vorbereiten, erwerben‘,
nhd. bestellen ‚[Land] mit Nutzpflanzen verse-
hen, in Auftrag geben, einsetzen, kommen las-
sen, jmdm. etw. ausrichten, auf etw. stellen‘;
mndd. bestellen ‚besetzen, ausrichten, einset-
zen, besorgen, verabreden, ausstatten, be-
schlagnahmen‘; vgl. andfrk. *hēmbistellin ?
‚Überfall im eigenen Haus‘, mndl. bestellen
‚besetzen, einrichten, besorgen, beschlagnah-
men, verwalten‘; afries. bistella ‚besorgen, aus-
führen, verwenden, zustellen‘). – furistellen in
Gl. 2,768,52 (10. Jh.): ‚sich versteckt halten;
latēre‘ (vgl. semantisch abweichend frühnhd.
fürstellen ‚vorstellen, nach vorn stellen, präsen-
tieren‘; mndd. vȫrstellen ‚dss.‘). – gaganstellen
bei N: ‚gegenüberstellen, in Beziehung setzen,
als Gegenmittel geben; opponere‘ (frühnhd.
[vereinzelt] gegenstellen ‚entgegenstellen‘). –
gistellen in Gl. 2,446,7 (wohl 11. Jh., obd.), bei
N: ‚(auf-)stellen, befestigen, zum Stillstand
bringen; affigere, defigere, sistere, statuere‘
(mhd. gestellen ‚an einen Platz schaffen, zum
Stehen bringen, beilegen, fangen, anstellen,
aufstellen‘, frühnhd. gestellen ‚bestellen, auf-
stellen, bewirken, zum Aufhören bringen, mit
etw. auskommen‘, nhd. [ält.] gestellen ‚zur
Verfügung stellen, [refl.] sich anstellen‘; mndl.
gestellen ‚regeln, herstellen‘). – ingaganstellen
bei N: ‚in Gegenüberstellung bringen‘ (nhd.
entgegenstellen ‚in den Weg stellen, dagegen-
stellen‘). – umbistellen bei N: in dia sîtûn
umbistellen ‚sich umgeben; ambire‘ (mhd. um-
bestellen ‚umstellen, umgeben‘, nhd. umstellen
‚um etw. herum stellen‘; mndl. ommestellen
‚umgeben, umringen‘). – Splett, Ahd. Wb. 1,
920; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. bistellen, furi-
stellen, gaganstellen, gistellen, ingaganstellen,
stellen, umbistellen; Schützeichel⁷ 313; Starck-
Wells 591; Schützeichel, Glossenwortschatz
9, 207.

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