swarzberi
Band VIII, Spalte 1485
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swarzberi n. ja-St., in Gl. seit dem 11.
Jh.: ‚Heidelbeere, Brombeere; mora, mora
agrestis, pomum morum, vaccinia‘ (Rubus
fructicosus, Vaccinium myrtillus; vgl. Marzell
[1943–79] 2000: 3, 1465; 4, 939 f.) (mhd.
swarzber st.n./f. ,Heidelbeere, Brombeere‘; vgl.
nhd. Schwarzbeere f. Bezeichnung verschiede-
ner dunkelfarbiger Beeren wie Heidelbeere,
Brombeere, Schwarze Johannisbeere). Deter-
minativkomp. aus swarz und beri (s. dd.). –
swarzên sw.v. III, bei N: ‚schwarz werden; ni-
gredine affici‘ (mhd. swarzen sw.v. ,schwarz
sein/werden‘; mndd. swarten sw.v. ‚schwarz
werden, sich dunkel färben‘; frühmndl. swarten
sw.v. ‚schwarz werden‘, mndl. swarten ‚dss.‘).
Denom. von swarz (s. d.). – irswarzên in Gl.
2,694,64. 706,4 (beide um 1000, wohl frk.):
‚schwarz, finster werden; tenebris inhorrescere‘
(mhd. erswarzen sw.v. ‚schwarz, dunkel wer-
den‘, nhd. [obs.] erschwarzen sw.v. ‚dss.‘). –
swarzkumil* m. a-St., in Gl. 2,559,16 (2 Hss.,
14. Jh., wohl obd. und Hs. des 14. Jh.s, Zeit
der Gl.einträge unbekannt): ‚Echter Schwarz-
kümmel; iacea nigra‘ (Nigella sativa L.; vgl.
Marzell [1943–79] 2000: 3, 325 f.) (nhd.
Schwarzkümmel m. eine krautige Pflanze aus
der Familie der Hahnenfußgewächse, deren Sa-
men als Gewürz verwendet wird). Determina-
tivkomp. aus swarz und kumil (s. dd.). – swarz-
mâhensaf*
m./n. a-St., in Gl. 3,526,42 (Hs.
des 14. Jh.s, Zeit der Gl.einträge unbekannt):
‚Opium; opium‘. Wohl determinative Zusam-
menrückung mit einem VG, das Gen. von
*swarzmago „Schwarzmohn“ ist und vielleicht
die lat. Bezeichnung papaver nigrum nachbil-
det. Dafür spricht die Bezeugung von rôtmâho*
(s. d.) nicht weit zuvor in ders. Hs. Weniger
wahrscheinlich ist ein Determinativkomp. aus
swarz und mâhensaf (s. dd.), mit der dunklen
Farbe des Rohopiums, das durch Trocknen des
milchigen Mohnsafts entsteht, als Benennungs-
motiv. – swarzouga n. n-St., in Gl. 3,362,28
(um 1200, frk.): ‚Pupille; nigredo, nigritudo‘
(nhd. Schwarzauge n. [vereinzelt] ‚schwarzes
Auge‘, gew. in der Bed. ‚ein schwarzäugiges
Wesen‘). Determinativkomp. aus swarz und
ouga (s. dd.). Zur Bed. ‚der schwarze Teil des
Auges‘ vgl. wîzouga ‚das Weiße im Auge‘ (s. d.)
in der vorangehenden Gl. – swarzpfeffar* m. a-
St.
, in Gl. ab dem 14. Jh.: ‚Schwarzer Pfeffer;
fulfel‘ (Piper nigrum; vgl. Marzell [1943–79]
2000: 3, 793). Determinativkomp. aus swarz
und pfeffar (s. dd.). – swarzpfellîn* adj., in Gl.
3,189,45 (Beginn des 13. Jh.s, wohl obd.): ‚aus
schwarzem Stoff; ferruginea‘. Adj.bildung zu
einem Komp. *swarzpfelli (s. swarz, pfelli) mit
Suff. -în¹ (s. d.). – swarzpfello* m. n-St., in
Gl. 3,150,46 (Beginn des 13. Jh.s, wohl bair.):
‚schwarzer Stoff, schwarzes Gewand‘. n-stäm-
mige Bildung, s. swarz, pfelli. – swarzpfellôl m.
a-St., in Gl. ab dem 12. Jh.: ‚schwarzer Stoff,
schwarzes Gewand; ferrugo‘. Determinativ-
komp. aus swarz und pfellôl (s. dd.). – swarzros
n. a-St., in Gl. ab dem 12. Jh.: ‚Rappe; mauron,
niger‘ (mhd. swarzros st.n. ‚schwarzes Pferd‘,
nhd. Schwarzross n. [selten] ‚dss.‘). Determina-
tivkomp. aus swarz und ros (s. dd.). – swarz-
wurz
f. i-St., in Gl. seit dem 12. Jh.: ‚Beinwell,
Heidelbeere ?, Brombeere ?; consolida, mora,
symphytum‘ (Symphytum officinale, Vaccinium
myrtillus; vgl. Marzell [1943–79] 2000: 4, 537.
940) (mhd. swarzwurz st.f. ‚Beinwell‘, nhd.
Schwarzwurz f. Name verschiedener Pflanzen,
darunter Beinwell; mndd. swartwort f. ‚Wie-
senflockenblume, Gemeiner Beinwell‘). Deter-
minativkomp. aus swarz und wurz (s. dd.). –
swarzwurza f. ō(n)-St., in Gl. seit der 2. Hälfte
des 12. Jh.s: ‚Beinwell, Heidelbeere ?, Brom-
beere ?; consolida, mora, symphytum‘ (Symphy-
tum officinale, Vaccinium myrtillus; vgl. Marzell
[1943–79] 2000: 4, 537. 940). Determinativ-
komp. aus swarz und wurza (s. dd.). – Splett,
Ahd. Wb. 1, 56. 493. 583. 692. 701. 702. 764.
973. 974. 1163. 1165; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv.
irswarzēn, swarzberi, swarzēn, swarzmāhen-
saf, swarzouga, swarzpfellīnrok, swarzpfellōl,
swarzros, swarzwurz; Schützeichel⁷ 324; Starck-
Wells 614; Schützeichel, Glossenwortschatz
9, 373 f.

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