kanzel(l)ri
Band V, Spalte 385
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kanzel(l)riAWB m. ja-St., in Gl. seit dem
10. Jh.: Notar, Kanzlist, Schreiber; acom-
mentarius [= acommentator], armentarius,
cancellarius, commentarius
(mhd. kanze-
lære, kanzeler Vorsteher einer Kanzlei, der
u. a. für den geregelten Ablauf des Kanz-
leibetriebs und die Ausfertigung von Staats-
urkunden verantwortlich ist
, später auch
oberster Leiter einer staatlichen Verwal-
tung
, nhd. Kanzler Leiter einer Verwal-
tungsbehörde, Regierungschef
; mndd. ken-
selēr[e], kensel[l]er, kansel[l]ēr[e] Leiter
der fürstlichen Kanzlei, der Reichskanzlei,
oberster Landes- oder Reichsbeamter
; mndl.
cancel[l]ier, cancelaer; ae. canceler; aisl.
kanceler Kanzler). Die Berufsbezeichnung
ist aus spät- oder mlat. cancellarius, ei-
ner Ableitung von lat. cancelli pl. Gitter,
Schranken, Einzäunung
, entlehnt. Der seit
dem 4. Jh. belegte spätrömische Amtstitel
cancellarius bezeichnete den Amtsdiener,
der den Verkehr zwischen den Beamten und
dem Publikum an den Schranken (cancelli)
des Sitzungszimmers regelte. – Ahd. Wb. 5,
32
; Splett, Ahd. Wb. 1, 442; Köbler, Wb. d.
ahd. Spr. 649; Schützeichel⁷ 171; Starck-
Wells 321; Schützeichel, Glossenwortschatz
5, 143.

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