mangold*
Band VI, Spalte 117
Symbol XML-Datei TEI Symbol PDF-Datei PDF Zitat-Symbol Zitieren

mangold*AWB m. oder n. a-St., Gl. 3,536,
23 (13. Jh., obd. ?). 549,51 (14. Jh., bair.-obd.):
‚Mangold; bleta [= beta]‘ (Beta vulgaris L.)
Var.: manne-; -t. – Mhd. mangolt st.m. ‚Man-
gold‘, frühnhd. mangold m. ‚Mangold, Pflan-
zen der Gattung beta‘, nhd. Mangold m. ‚Ge-
müsepflanze mit großen, hellgrünen gewellten
Blättern‘.

Ahd. Wb. 6, 245 f.; Splett, Ahd. Wb. 1, 1225; Schütz-
eichel⁷ 215; Schützeichel, Glossenwortschatz 6, 266;
Bergmann-Stricker, Katalog Nr. 285 (II). 808; Lexer
1, 2031
; Frühnhd. Wb. 9, 1765 f.; Diefenbach, Gl. lat.-
germ. 72 (beta); Dt. Wb. 12, 1550 f.; Kluge²¹ 459; Klu-
ge²⁵ s. v. Mangold; Pfeifer, Et. Wb.² 834. – Fischer-
Benzon [1894] 1998: 129; Marzell [1943–79] 2000:
1, 583 ff.

Das Wort ist auf den hochdt. Sprachraum be-
schränkt. Aus dem Dt. ist es entlehnt in nndl.
mangel- (in mangelwortel ‚Futterrübe‘ < nhd.
Mangelwurzel ‚dss.‘), ne. mangold ‚Mangold‘,
mangel- (in mangel-wurzel ‚Futterrübe‘) und
italien. dial. (piem.) manigot, (mail.) meregold,
(komask.) menegold, (bergell.) mengol, (val-
blen.) mandyöld, (obw.) mngol ‚Mangold‘.
Die Herkunft ist ungeklärt. Es ist wohl mit
volksetymologischer Umgestaltung zu rech-
nen. Mit Hinweis auf madalgêr ‚Kreuz-En-
zian‘ (s. d.) wird teils in Nachfolge von Grimm
([1875–78] 1992: 2, 1012: „Auch Mangold la-
pathum ziehe ich auf den uralten namen der
riesin, welche gold malen konnte“) angenom-
men, dass auch bei mangold* möglicherweise
eine Übertragung aus einem komponierten PN
vorliegt, und zwar aus ahd. Managold (vgl.
Förstemann [1900–16] 1966–68: 1, 1092 f.),
das aus manag ‚viel‘ (s. d.) und -wald (zu wal-
tan
‚herrschen‘ [s. d.]) zusammengesetzt ist.
Das Motiv der Übertragung könnte darin be-
stehen, „daß sich die Pflanze … durch Vorzüge
gegenüber anderen Pflanzen auszeichnet und
sie deswegen als ‚Beherrscher‘ anderer Pflan-
zen erscheinen läßt“ (Hornbruch 1996: 110).
Da dies jedoch höchst unsicher bleibt, ist auch
denkbar, dass eine volksetymologische Umbil-
dung einer nicht mehr eruierbaren Vorform
vorliegt.

Franck, Et. wb. d. ndl. taal² 412; Vries, Ndls. et. wb. 427;
Et. wb. Ndl. Ke-R 300; eOED s. vv. mangel-wurzel n.,
mangold n. – Meyer-Lübke, Rom. et. Wb.³ Nr. 5282. –
W. Kurrelmeyer, MLN 60 (1945), 364 ff.; Hornbruch
1996: 109 f.

RS

Information

Band VI, Spalte 117

Zur Druckfassung
Zitat-Symbol Zitieren
Symbol XML-Datei Download (TEI)
Symbol PDF-Datei Download (PDF)

Lemma: