-ment
Band VI, Spalte 315
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-ment suff. zur Bildung von Nomina
instrumenti und rei actae. – Mhd. -ment, früh-
nhd. -ment, nhd. -ment. Das Suff. ist zusammen
mit Wörtern (meist Nomina instrumenti, No-
mina rei actae, selten Konkreta) aus dem Lat.
bzw. Mlat., in späterer Zeit auch aus dem Frz.
entlehnt. Es hat außerhalb der Lehnwörter keine
Produktivität erlangt. Im Ahd. ist nur kupfar-
ment*
‚Auripigment‘ (s. d.) belegt.

Splett, Ahd. Wb. 2, 327. – Kluge 1926: § 235; Wilmanns
[1906–1930] 1967: 2, § 266, 3.

In den anderen germ. Sprachen entsprechen
jeweils identische Formen, die ebenfalls aus-
schließlich in Lehnwörtern auftreten: mndd.
-ment; mndl. -ment, nndl. -ment; nwestfries.
-mint; ae. -ment, me. -ment(e), ne. -ment;
nisl. -ment, ndän. -ment, nnorw. -ment,
nschwed. -ment.
Ins Engl. kam das Suff. über das Afrz. bzw.
Anglonorm. Über aus dem Lat. entlehnte In-
ternationalismen gelangte das Suff. in unter-
schiedlichem Ausmaß in alle europäischen
Sprachen, wurde aber nur in den rom. Sprachen
produktiv, wo es aus dem Lat. ererbt ist; vgl.
frz. -ment, span. -miento, italien. -mento etc.

Franck, Et. wb. d. ndl. taal² 424; Et. wb. Ndl. Ke-R 336;
Fryske wb. 13, 283; eOED s. v. -ment suff.; Hellquist,
Svensk et. ordb.³ 1, 643.

Das lat. Suff. -mentum ist durch to-Erweiterung
des schwundstufigen Suff. von men-Stämmen
entstanden, geht also auf uridg. *-m-- zu-
rück. Dieselbe Vorform setzt auch ahd. -munt
in liumunt ‚Leumund‘ (s. d.) (< urgerm. *χle-
mun-đa- < uridg. *le-m-to- [wie ai. śró-
mata- n. ‚Erhörung, (guter) Ruf‘] neben got.
hliuma ‚Gehör‘ < urgerm. *χle-men-) fort. Im
Lat. stehen bisweilen auch unerweiterte men-
Stämme neben (weitgehend) gleichbedeuten-
den Bildungen auf -mentum; hierbei handelt
es sich wohl um innerlat. Sekundärbildungen.
Strukturell ähnlich ist die t-Erweiterung von
men-Stämmen im Gr., die im Gegensatz zur lat.
und germ. Bildung athematisch bleibt, aber
ebenfalls n. Genus hat; vgl. myk. -ma, -mo,
nom.pl. -mo-ta, gr. -μα, -ματος < vorurgr. *-m-
(t), *-m-t-os.

Leumann [1926–28] 1977: 370 f.; Wackernagel [1896–
1964] 1954–87: 2, 2, § 600 (S. 753 f.); Schwyzer, Gr.
Gramm.² 1, 522–524; Krahe-Meid 1969: 3, §§ 107. 131;
Risch 1974: 49–51; Chantraine [1933] 1979: 175–190;
Stotz 1996–2004: 2, 6 § 64; Balles 2008: 10 f. 37 f. 47 f.
171. 252; Matzinger 2008: 144 f.

HB

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