ambrôsie
Band I, Spalte 200
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ambrôsie f., nur einmal Gl. 3, 387, 68 in Cod.
Oxon. Jun. 83, 13. Jh. mfrk. oder rhfrk., belegt
als mhd. Interpretamentum zu lat. ambrosia. Da
überdies noch elf verschiedene Pflanzen im
Mittelalter den lat. Namen ambrosia tragen, so
ist die bot. Identifizierung dieser einmaligen
Verdeutschung zweifelhaft (vgl. Ahd. Wb. I,
324
), es sei denn, man hält sich an Plinius’ Nat.
hist. XXV 36, 74, wo ambrosia als weitere Be-
zeichnung der artemisia angeführt wird; die
beiden lat. Namen erscheinen ja auch in den Gl.
gepaart, etwa 3, 223, 49 ambrosia et arthemisia
und mit der ahd. Gl. bîbôz Beifuß versehen
(s. d.). Mit dieser Pflanze ist mhd. ambrôsie
denn auch bei Starck-Wells 23, sowie im Mittel-
lat. Wb. I, 549 f. (s. v. ambrosia 2 c) gleichge-
setzt; ähnlich Marzell, Wb. d. dt. Pflanzenna-
men I, 434 ff. und Fischer, Mittelalt. Pflanzen-
kunde 260.

Der lat. Prototyp, der über afrz. ambroise,
14. Jh. heute verdrängt durch ambroisie ins
Mittel- und Neuenglische (als ambrōse, -ie, -ine
bzw. gelehrt ne. ambrosia) und wohl übers
Deutsche seinen Weg auch ins Nschwed. und
Nnorw. (Bokmål) (ambrosia) sowie Ndän. (am-
brosie) gefunden hat, geht seinerseits auf gr.
ἀμβροσία Götterspeise zurück, eine -os-Ab-
leit. von ἄμβροτος (< idg. *mtós unsterb-
lich
mit Alpha privativum), die ein Adj. ἀμβρό-
σιος eigtl. unsterblich, göttlich ergab; in der
Botanik geht diese Bezeichnung meist auf
wohlduftende Balsamkräuter.

Walde-Pokorny II, 276; Pokorny 735; Frisk, Gr. et.
Wb. I, 270 f. (s. v. βροτός); Hirt, Handb. d. gr. Laut-
u. Formenlehre2 § 205, 2; Thes. ling. lat. I, 1867; Mit-
tellat. Wb. I, 549 f.; Wartburg, Frz. et. Wb. (Neube-
arb.) XXIV, 412 f.; ME Dict. AB, 239; OED I, 272 f.;
Hellquist, Svensk et. ordb.3 16; Svenska akad. ordb. A-
1186. B-2847; Ordb. o. d. danske Sprog I, 514.

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