ango²
Band I, Spalte 251
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ango2 m. n-St., einmal belegt in der mfrk.
oder rhfrk. Gl. 2, 699, 55 des 11. Jh.s, mit der
Bed. Geschwür, bösartige Geschwulst, robigo,
auch ulcus
, s. Ahd. Wb. I, 521; Starck-Wells 28.
Das nur einmal bezeugte ahd. ango mit genau
derselben Bed. wie angasezzo, angweiz(o)
(s.d.d.) ist am einleuchtendsten als eine der
Kurzformen zu deuten, wie sie auf namenkund-
lichem Gebiet an der Tagesordnung sind, etwa
Kuono für Kuon-rât; s. Bach, Dt. Namenkunde
I, 1 § 91, I, 1 b. Daß es sich um eine Art Augen-
blicksbildung
handelt, vielleicht noch gefördert
durch die Unverständlichkeit der Vollformen
sowie die Scheu vor dem Aussprechen beson-
ders von bösartigen Krankheitsbezeichnungen
(vgl. das moderne engl. polio statt poliomyeli-
tis), wird bestätigt durch die Einmaligkeit die-
ser Form im Ahd.; sie findet auch im ganzen dt.
und germ. Sprachgebiet weder früher noch spä-
ter eine Entsprechung. Wenig überzeugend
scheint dagegen die Annahme eines Verbalsub-
stantivs (zu *angen/*engen) vom Typ ahd.
sterbo Sterben oder mhd. snupfe Schnupfen
zu snûben, snûfen, Wilmanns, Dt. Gr. II § 152.

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