arbaisperck
Band I, Spalte 313
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arbaisperck st.sw.m.f. Feldsperling, passer
agri
, nur einmal Gl. 3, 88, 4/5 (Clm. 23796: 15.
Jh., obd./frk.?) belegt, enthält wohl als ersten
Wortteil eine späte Form von ahd. arawz,
-weiz Erbse (s.d.), schon mit -b- (< -w- nach
r), wie sie auch sonst für das 15. Jh. bezeugt ist;
daß Vögel nach ihrer Lieblingsnahrung be-
nannt werden, ist nicht ungewöhnlich, vgl.
Nußsperling, Korspercken (Korn-Sperlinge) bei
Hans Sachs, sowie Gerstammer, Hänfling, Distel-
fink u. a.; und daß für den ersten Wortteil statt
des entsprechend lat. passer agri zu erwarten-
den ackar- (s. aggermuscha ebenfalls Gl. 3, 88, 5)
im Dt. auch ein anderes Subst. eintreten kann,
zeigt abermals an derselben Gl.stelle die Zss.
ahasparo (s. d.), die zweimal als aba-sparo ver-
schrieben ist, sowie [arbaisperck, dessen Bestim-
mungswort niemand als Verschreibung für ak-
kar- aus der Welt schaffen wird. Der zweite
Wortteil -sperck, dessen anl. s- mit dem Auslaut
von *arbaiz/s verschmolz und der, wie so viele
Vogelnamen, das germ. -k-Suffix enthält (s.
Kluge, Nom. Stammbildung3 § 61 b), daher ahd.
sperih, spericho (s.d.d.), ist mdartl. in einem Teil
des Ostmd. (bes. Südthüringen und Vogtland)
sowie im südöstl. Oberdt. noch immer zu
Hause (s. Mitzka-Schmitt, Dt. Wortatlas II
Karte 71; Trübners Dt. Wb. VI, 448 ff.; Dt. Wb.
X, 1, 2163; Suolahti, Dt. Vogelnamen 124 ff.);
die Schreibung -rck erklärt sich aus der Regel,
daß germ. k nach Liquida vielfach unverscho-
ben blieb, s. Wilmanns, Dt. Gr. I § 49 c; die
Form kann st. oder sw. sein in einer obd. Hs.
des 15. Jhs., die auch swalb, sneph und lerch
schreibt. Ahd. Wb. I, 621; Starck-Wells 33.

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