argil
Band I, Spalte 324
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argil wahrsch. m. a-St. (wie mergil s.d. und
einheimische Subst. auf -il) Tonerde, argilla,
einmal belegt Gl. 2, 686, 5 (12. Jh., alem.). Im
späteren Mhd. ist das Wort nicht mehr nachzu-
weisen (dem lat. argilla entspricht meist leim <
ahd. leim[o]), ebensowenig im Nhd.

Ahd. Wb. I, 637; Starck-Wells 33; Diefenbach, Gl.
lat.-germ. 47.

Das Wort ist aus lat. argil(l)a Tonerde ent-
lehnt, das auch im gesamten Westen der Roma-
nia weiterlebt: italien. argilla, frz. argil(l)e, span.
arcilla. Aus dem Frz. ist das Wort ins Engl. wei-
tergewandert in der Form argil(l)e, später auch
argel (neben gelehrtem argilla), ne. argil (pot-
ter’
s) clay. In der relativ spät überlieferten
mhd. Form argil ist das Fehlen des Umlauts
(oder seiner Bezeichnung) wohl nicht durch die
im Obd., allerdings meist nur im Bair., umlaut-
verzögernde Wirkung der Kons.gruppe -rg- zu
rechtfertigen, sondern durch die fortdauernde
Assoziation mit lat. argilla, die auch das -i- der
schwachbetonten Silbe am Leben erhielt.

Mittellat. Wb. I, 935 f. Körting, Lat.-rom. Wb.3 Nr.
839; Meyer-Lübke, Rom. et. Wb.3 Nr. 641; Wartburg,
Frz. et. Wb. I, 137. OED I, 441; ME Dict. AB, 369.

Lat. argilla (< *argīla) seinerseits geht auf gr.
ἄργιλλος, ἄργῑλος f. weisser Ton zurück, das
bei Galen auch als ἄργιλλα begegnet (s. Leu-
mann, Lat. Laut- u. Formenlehre § 365 A4b); es
ist mit -l(l)-Erweiterung abgeleitet von dem gr.
Farbadj. ἀργός weißglänzend, das in Zss. und
Ableit. häufig als i-St. erscheint (nach der Ca-
landschen Regel neben altem ro-St., *ἀργρο-, s.
J. Wackernagel, Vermischte Beitr. 8 ff.; Schwy-
zer, Gr. Gram. I, 447 f.).

Walde-Pokorny I, 82 f. (nicht zu gall. marga!); Po-
korny 64 f.; Walde-Hofmann, Lat. et. Wb. I, 66; Er-
nout-Meillet, Dict. ét. lat.4 46; Frisk, Gr. et. Wb. I,
132.

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