beinwurz
Band I, Spalte 520
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beinwurz f. i-St., nur in Gl.: senecion, Gemei-
nes Kreuzkraut
(Senecio vulgaris L.) (?); zwei-
mal celedonia minor (?); Var.: pein-, wein-;
-wrz; zu bennurz, benniwrz s. u..

Das Wort ist eine Zss. aus bein Knochen, Bein
und wurz Pflanze, Kraut (s. d. d.). Die botani-
sche Deutung ist nicht sicher. Zwar war Senecio
vulgaris ein bekanntes Heilkraut, aber meistens
gegen Grind, Nierenkrankheiten, Schwellungen
u. a., nicht, wie es scheint, gegen Knochenverlet-
zungen und Beinbrüche. Vielleicht wurde diese
Pflanze z. T. mit dem Beinwell (Symphytum offi-
cinale L.) verwechselt ( beinwella), einer
Pflanze, die mndd. sowohl bēinwelle als auch
bēinwort, ae. bānwyrt heißt. Andererseits deutet
das Lemma celedonia minor vielleicht auf eine
Verderbnis von brenn(i)wurz (s. d.): Gl. 3, 103,
2431 stehen in den verschiedenen Hss.
beinwrz (3 Hss.), weinwurcz, benniwrz, ben-
nurz, bernwurz und brennewurz; auch ist
c(h)eledonia minor eine mittelalt. Bezeichnung
für Ranunculus ficaria L., das Scharbockskraut,
eine Pflanze, die wegen ihres scharfen Safts mit
Recht brenn(i)wurz genannt wurde (s. Marzell,
Wb. III, 1251 ff., bes. 1256 f.).

Ahd. Wb. I, 852 f.; Starck-Wells 44; Lexer I, 160; Be-
necke III, 828; Diefenbach, Gl. lat.-germ. 526 (sene-
cium, senecion); Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. I,
1, 210; Bierbaumer, Bot. Wortschatz d. Ae. I, 14 f.; II,
8; III, 16 f.; Marzell, Wb. d. dt. Pflanzennamen IV,
276 ff.; Fischer, Mittelalt. Pflanzenkunde 223. 284; E.
Björkman, Zfdt. Wortf. 3 (1902), 281.

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