erlincAWB mhd. st.m., nur Gl. 3, 84, 62 (Trier
1124/2058 [früher 31] 13. Jh., mfrk.), 3, 47, 32
(Frankfurt Fragm. lat. II 6 [früher unsigniert],
Clm 27329, 14. Jh.): ‚Elritze, escaurus‘ (Phoxi-
nus phoxinus L.) 〈Var.: verschrieben erline). —
Nhd. dial. bair. erling.
Ahd. Wb. III, 422; Starck-Wells 133; Graff I, 474 (er-
line); Diefenbach, Gl. lat.-germ. 210 (escarius); Dt.
Wb. III, 905; Kluge²¹ 163 f.; Schmeller, Bayer. Wb.²
I, 143.
Das Wort stellt sich zu ahd. erila ‚Erle‘ (→ eli-
ra), ebenso wie nndl. elzenvoorntje zu der Form
mndd. els(e) ‚Erle‘ (→ alze) und im Harz ge-
bräuchliches ellering zu mndd., norddt. eller
‚Erle‘ gehört. Auch im Magyar. z. B. ist der
Fisch (egri) nach der Erle (eger, éger, Stamm
egr-) benannt (Ö. Beke, IF 52 [1934], 137). Im
Dt. hat das Suffix -ing also eine exozentrische
Funktion; vgl. anord. grunnungr ‚Fisch, der sich
an seichten Stellen aufhält‘ (zu aisl. grunnr
‚Grund, Boden‘); s. Krahe-Meid, Germ. Sprach-
wiss. III § 150, 2α.