fahsstrenoAWB m. n-St., nur Williram (dat. sg.
uahsstrenon, -en): ‚Haarsträhne, -flechte, cri-
nis‘ (mhd. vahsstrene sw. m.). S. fahs. Der zwei-
te Bestandteil -streno kommt im Ahd. sonst
nicht vor, ist aber mhd. als stren(e) sw. m.
‚Strähne, Flechte von Haaren, Flachs usw.‘,
nhd. als Strähne f. belegt (zum Genuswechsel
im Nhd. vgl. Wilmanns, Dt. Gr. IV § 184, 4).
Ahd. Wb. III, 528; Graff VI, 755; Schade 879; Lexer
II, 1230; III, 6; Benecke II, 680; Dt. Wb. X, 3, 812 f.;
Kluge²¹ 754; Kluge²⁴ 888; Pfeifer, Et. Wb.² 1373.
Ahd. -streno, mhd. stren(e) entsprechen mndl.
strene m. ‚Strick, Seil‘, nndl. streen ‚dss.‘, auch
‚Garnsträhne‘; schwed. dial. strena ‚Striemen
auf der Haut‘ (J. E. Rietz, Svenskt dialektlexikon
[Lund, 1962], 685).
Verdam, Mndl. handwb. 583; Franck, Et. wb. d. ndl.
taal² 676 (s. v. striem); Vries, Ndls. et. wb. 708; Falk-
Torp, Norw.-dän. et. Wb. 1181 (s. v. strime).
Germ. *strenan-, das keine außergerm. Entspre-
chungen hat, ist wohl eine n-Bildung zur selben
idg. Wz. wie der in ahd. strîmo ‚Streifen‘, strâla
‚Pfeil‘ (s. d. d.), mhd. strîfe ‚Streifen‘, streifen
‚streifen, gleiten‘, aber der Vokalismus bereitet
Schwierigkeiten. Zur idg. Wz. *ster(ǝ)- ‚Strei-
fen, Strich, Strähne, Strahl‘ (viell. mit *ster[ǝ]-
‚ausbreiten, streuen‘ identisch; → stirna, stre-
wen) gehören u. a. die Erweiterungen *strē-,
*strei̯-, *streu̯- (vgl. Pokorny 1028 f.); eine Form
*stre- paßt nicht in diese Reihen. Möglich wäre
*stri- (so Franck, a. a. O.; vgl. auch Kluge²¹
a. a. O.: zu *strei̯-), aber da es keinen regelmäßi-
gen Lautwandel i > e vor a im Germ. gab (vgl.
A. L. Lloyd, Lang. 42 [1966], 738 ff.), wäre
dann germ. *strinan- zu erwarten. Könnte der
e-Vokal dem Gebrauch dieses Wortes als zwei-
tes Glied von Zss. (vgl. ahd. fahs-, mhd. vahs-,
hâr-) zugeschrieben werden? (→ breta). Aus den
wenigen germ. Belegen sind aber keine sicheren
Schlüsse zu ziehen.