fieberkrût
Band III, Spalte 204
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fieberkrût mhd. st. n., zuerst in zwei Gl. des
13. Jh.s: Tausendgüldenkraut, centauria (Ery-
thraea centaurium). In Gl. 3, 540, 33 glossiert
aurine fibercrut ( *aurîna) lat. centauria ma-
ior, womit wohl die mediterrane Centaurea
Centaurium L. gemeint ist; vgl. Marzell, Wb.
d. dt. Pflanzennamen II, 324. In Gl. 3, 538, 35
pieuercrut centaurea erfolgte Konsonanten-
umstellung wie in mhd. biever Fieber fie-
bar.
Mdartl. haben sich Formen mit anl. b- er-
halten; vgl. schweiz. Biberchrūt neben Fieber-
chrūt (Schweiz. Id. III, 899. 903). Nhd. Fieber-
kraut.

Das fieberkrût, ein Enziangewächs mit vierkan-
tigem Stengel, kleinen rosettenartig angeordne-
ten Blättern und hellroten Blüten in Dolden,
wurde in der mittelalterlichen Medizin wegen
seines Gehalts an Bitterstoffen zur Behandlung
von Magen- und Leberkrankheiten eingesetzt.
Es fand auch Anwendung bei Augenleiden sowie
als schweißtreibendes Mittel zur Senkung von
Fieber. Anstelle von Fieberkraut war auch die
Bezeichnung Erdgalle ( erdgalla) gebräuchlich
(vgl. Konrad v. Megenberg im Buch der Natur
397: centaurea haizt erdgall, und etleich haizent
das kraut fieberkraut
).

Ahd. Wb. III, 801; Splett, Ahd. Wb. I, 228. 490;
Starck-Wells 150. 52; Schützeichel, Glossenwortschatz
III, 137; Diefenbach, Gl. lat.-germ. 112 (centauria).
228 (febrifuga); Götz, Lat.-ahd.-nhd. Wb. 98 (centau-
reum, centauria); Dt. Wb. III, 1622 (Fieberkraut); I,
1807 (Biberkraut); Kluge21 73 f. (s. v. Biber). Fischer,
Mittelalt. Pflanzenkunde 222. 268; Marzell, Wb. d. dt.
Pflanzennamen II, 324 ff.

S. fiebar, krût, bieverkrût.

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