finka
Band III, Spalte 259
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finka f. n-St., nur Gl. 3, 620, 39 (13. Jh., al-
so mhd.) pl. finchun: grober Schuh, aus Wol-
le, Filz, Leinen hergestellt, wie ihn die Mönche
und Bauern trugen, ficones
(Hs. verschrieben
finchones). Nhd. mdartl. (obd.) fink (meist
pl. -en); vgl. Schweiz. Id. I, 868 f.; Ochs, Bad.
Wb. II, 156; Fischer, Schwäb. Wb. II, 1509;
Jutz, Vorarlberg. Wb. I, 929.

Das Wort ist wohl aus spätlat. fico(nes) entlehnt,
mit Nasalierung, die u. a. in Dialektwörtern vor-
kommt, in deren Bed. Geringschätzung oder
Mißbilligung liegt (E. Schwyzer, Zfvgl. Spr. 61
[193334], 243; vgl. auch Lühr, Expressivität
92 ff.). Der Schreiber hat die Nasalierung sogar
auf das lat. Lemma übertragen (Einfluß von
ahd. finko Fink hat viell. auch mitgespielt).

Ahd. Wb. III, 881; Splett, Ahd. Wb. I, 1216; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 265; Starck-Wells 154 (fincūn);
Schützeichel, Glossenwortschatz III, 171 (fincūn);
Heyne, Dt. Hausaltertümer III, 266 und Anm. 57; Klu-
ge24 294.

Zu lat. fico(nes) vgl. Du Cange2 III, 483: Genus
calceamenti monachici vel forte rusticorum.
Certe Italis fico rusticum significat. Proinde fico
Hibernis fuerit calceus rusticorum.
Die Her-
kunft des Wortes ist dunkel.

Ein Wort fico rusticus ist weder im Spätlat. noch im
Italien. zu finden; spätlat. ficarius bedeutet aber so-
wohl faunus, homo silvester als auch Feigenhändler
(Georges, Ausführl. lat.-dt. Handwb. I, 2746; Du Can-
ge2 III, 482). Wäre fico viell. zu lat. ficus Feige zu
stellen? (Im Italien. bedeutet fico sowohl Feige als
auch etwas Wertloses.) Höchst unsicher.

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