grezzenach
Volume IV, Column 609
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grezzenachAWB [-ts-] mhd. st. n., nur Gl.
3,327,45 (14. Jh., bair.?) grezenach: Reisig;
sarmentum
. Das Wort ist ein Kollektivum
auf -ahi, später (bes. bair.) -ach ( -ahi).
Der erste Bestandteil grezzen- ist wohl Pl.
eines Nomens, das nhd. mdartl. (obd.) als
gretze f., gretz m. Reis belegt ist (vgl. Dt.
Wb. 9, 203; zum Gebrauch von Pluralformen
in jüngeren Zss. mit -ach -ahi und vgl.
bair. kind[e]rach), einer j-Ableitung von
westgerm. *grat- scharf, hervorstechend in
mhd. graz Sprossen oder junge Zweige vom
Nadelholz
(auch grazzach; vgl. Lexer 1,
1075 f.), nhd. mdartl. (obd.) graß, grassach,
gras(s)en Reisig, Nadelbaumäste, usw.;
wahrscheinlich auch ahd. grazlîcho scharf-
sinnig, gründlich
, grazzo ernsthaft, strikt
(s.dd.).

Ahd. Wb. 4, 419; Splett, Ahd. Wb. 1, 322; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 491 (irrig: gressenah); Schützeichel⁶ 140;
Starck-Wells 239 (irrig: gressenah); Schützeichel,
Glossenwortschatz 4, 44; Götz, Lat.-ahd.-nhd. Wb.
589 (sarmentum); Dt. Wb. 8, 1997 (grassach). 2019
(grasz). Schweiz. Id. 2, 836; Schmeller, Bayer. Wb.²
1, 1008; Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 250; Unger-
Khull, Steir. Wortsch. 303.

Die nur im Dt. und Ndl. ( grazlîcho) be-
legte Wz. *grat- ist eine Dentalerweiterung
von der idg. Wz. *gher- : *ghrē- : *ghrǝ-
hervorstechen; zu dieser Wz. mit Ablaut
und anderer Erweiterung gehören mhd. grât
Grat (s. d.) und ahd. grana Barthaar,
Schnurrbart
(s. d.).

Walde-Pokorny 1, 606; Pokorny 440.

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