griozruoba
Band IV, Spalte 638
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griozruoba f. ō- oder n-St., nur Gl. in
Hs. Rom, Chigi H V 165 (2. Drittel des
11. Jh.s; s. H. Pyritz, ZDA 68 [1931], 215,
8): Gartenrauke(?); eruca (Eruca sativa
Lam.). Zur Deutung vgl. Siewert 1986: 255 f.
Die Zss. bedeutet wörtlich Kies-, Sand-
Rübe
. S. grioz, ruoba.

Was diese Pflanze mit Kies oder Sand zu tun
hat, ist unklar. Zwar kommt sie heute oft
verwildert vor, aber früher wurde sie in Gär-
ten gezogen (vgl. Marzell [194358] 2000:
2, 303 ff.). Möglicherweise hat der Schreiber
an ähnliche, auch eruca genannte wildwach-
sende Pflanzen gedacht, wie Echtes Bar-
benkraut
(Barbaraea vulgaris Br.), das an
Ufern und Wegrändern nicht selten
blüht
und ab und zu als kressenähnlicher Salat
gegessen
wird (Marzell, a. a. O. 1, 538),
oder sogar Meersenf (Cakile maritima
Scop.); vgl. dän. strandkarse, dt. Meerkresse
(Marzell, a. a. O. 1, 707).

Ahd. Wb. 4, 437; Splett, Ahd. Wb. 1, 327. 772; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 493; Schützeichel⁶ 140; Starck-Wells
240; Schützeichel, Glossenwortschatz 4, 57.

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