iternônAWB sw.v. II, nur Gl. 2,187,25 (in 4
Hss., 10.—11. Jh.): ‚(immer) wieder hervor-
wachsen; surrigere‘. Bildung und Herkunft
sind unklar. Ein germ. Verb. *ernôn ist nicht
belegt und hätte auch keine außergerm. An-
schlussmöglichkeiten. Das Verb könnte viel-
leicht eine denominale Bildung (vgl. H.
Tiefenbach, Sprachw 11 [1986], 187) zu ei-
nem gleichfalls nicht belegten Subst. *it-ern
oder *it-erna ‚ein immer wieder sprießendes
Gewächs‘ (zur Bed. vgl. itgruod) sein, das
mit gr. ἔρνος n. ‚junger Trieb, Schössling,
Spross‘ verwandt sein könnte. Die Bed. des
gr. wie des ahd. Wortes würde eine Verbin-
dung mit uridg. *h₃er- ‚sich erheben, in Be-
wegung setzen‘ nahelegen. Diese scheitert
aber am anl. Laryngal der Wz., da sich *h₃
im Gr. zu o- entwickelt, für das Germ. wäre
*a- zu erwarten. Eher wird mit der Wz. ur-
idg. *h₁er- ‚wohin gelangen, sich fortbewe-
gen‘ zu rechnen sein. Stimmt diese Annah-
me, ist von einer Form uridg. *h₁ér-no- aus-
zugehen, die wohl mit ai. árṇa- adj. ‚wal-
lend, wogend‘, m./n. ‚Woge, Flut, Strom‘ in
Verbindung steht. Der s-St. ἔρνος n. (s. o.)
wäre dann eine sekundäre Bildung zum ai.
o-St.
Ahd. Wb. 4, 1758; Splett, Ahd. Wb. 1, 190; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 638; Schützeichel⁷ 168; Starck-Wells
314; Schützeichel, Glossenwortschatz 5, 95; Graff 1,
148. — LIV² 240 (*h₁er-). 301 ff. (*h₃er-); Mayrhofer,
KEWA 1, 51. 122; ders., EWAia 1, 105 f. 116 f.; Frisk,
Gr. et. Wb. 1, 564 f.; Chantraine, Dict. ét. gr. 374;
Beekes, Et. Dict. of Gr. 1, 462 f.