fûht
Band III, Spalte 613
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fûhtAWB adj. a-St., neben fûhtiAWB adj. ja-St., seit
dem 8. Jh. in Gl., Murb. H.: feucht, naß, be-
wässert, irriguus, madens, madidus, pinguis,
rorulentus, (h)umectus, (h)umidus, (h)umi-
factus
Var.: fuoht-, fiuht-, uivht, fut-, fiut-.
Mhd. viuhte (md. vūhte), nhd. feucht.

Ahd. Wb. III, 1315; Splett, Ahd. Wb. I, 271 f.; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 336; Schützeichel⁵ 142; Starck-Wells
182. 812; Schützeichel, Glossenwortschatz III, 322;
Seebold, ChWdW8 137; Graff III, 446; Schade 230;
Lexer III, 376; Benecke III, 331; Diefenbach, Gl. lat.-
germ. 281 (humidus). 309 (irriguus). 342 (madidus);
Götz, Lat.-ahd.-nhd. Wb. 356 (irriguus). 386 (madens,
madidus). 492 (pinguis). 579 (rorulentus). 685 (umec-
tus, umidus); Dt. Wb. III, 1577 f.; Kluge²¹ 195; Klu-
ge²⁴ 289; Pfeifer, Et. Wb.² 429.

Das Wort hat im Nord- und Westgerm. folgen-
de Entsprechungen: as. fūht (nur akk.sg.m. fúh-
tan), mndd. vucht; mndl. vocht(e), vucht(e),
nndl. veralt. und dial. vocht; ae. fūht; dän. ver-
alt. fugt ist aus mndd. vucht entlehnt (neben
dän. fugtig, schwed. fuktig aus mndd. vuchtich):
mit Schwund von -n- und Ersatzdehnung ent-
weder < urgerm. *funχti- (mit einzelsprachli-
chem Übergang in die a- oder ja-Klasse; vgl.
Braune, Ahd. Gr.¹⁵ § 246) oder < urgerm.
*funχta- mit sekundärer Erweiterung mit dem
Suffix urgerm. *-ija- (vgl. Krahe-Meid, Germ.
Sprachwiss. III § 74, 4).

Heidermanns, Et. Wb. d. germ. Primäradj. 221 f.;
Holthausen, As. Wb. 23; Wadstein, Kl. as. Spr.denkm.
242; Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. I, 1, 1018;
Schiller-Lübben, Mndd. Wb. V, 547; Verdam, Mndl.
handwb. 723; Franck, Et. wb. d. ndl. taal² 752; Suppl.
184; Vries, Ndls. et. wb. 795; Holthausen, Ae. et. Wb.
118; Bosworth-Toller, AS Dict. 344; Suppl. 270;
Suppl. II, 29; Jóhannesson, Isl. et. Wb. 534; Falk-
Torp, Norw.-dän. et. Wb. 281.

Bei einer Grundbedeutung feucht (vom Boden)
bietet sich außergerm. eine Verbindung von
*funχti/a- mit aind. ka- Schlamm,
Schmutz, Kot
an, das eine *-k-Erweiterung
von der in ahd. fenni Wasser, Sumpf, Moor
(s. d.) vorliegenden Wurzel *pen- ist. Dazu stellt
man auch mir. éicne Lachs (< vorurkelt. *pen-
kīno-), eine Verbindung, die nur unter der An-
nahme eines Bedeutungswandels von im
Schlamm lebender (Fisch)
zu im Wasser leben-
der (Fisch)
zu halten ist. Urgerm. *funχta- <
vorurgerm. *pk-to- ist als Verbaladjektiv mit
Suffix *-to- der Wurzel *pen- zu erklären. Ur-
germ. *funχti- < vorurgerm. *pk-ti- könnte
dagegen als *-ti-Abstraktum Feuchtsein er-
klärt werden, wobei das Substantiv in prädikati-
ver Funktion zum Adjektiv umgedeutet wurde
(vgl. lat. mītis eigtl. Milde : mild).

Walde-Pokorny II, 5 f.; Pokorny 807 f.; Mayrhofer,
K. et. Wb. d. Aind. II, 184 f.; ders., Et. Wb. d. Altin-
doar. II, 63; Dict. of Irish E-73 f.

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