hermalta
Volume IV, Column 984
Symbol XML file TEI Symbol PDF file PDF Citation symbol Citation

hermaltaAWB f. n-St., in Gl. des 10. und
11. Jh.s: Beifuß; artemisia, mater herba-
rum
(Artemisia vulgaris L.). Dieser Pflan-
zenname hat keine sichere Etymologie. Nach
E. Björkman, ZDW 3 (1902), 269 gehört das
Subst. zu ahd. harmo Wiesel, Hermelin
(s. d.) vielleicht weil die Blätter (oben dun-
kelgrün, unten weißfilzig) wie das Hermelin
verschiedene Farben haben? Björkman
(a. a. O.) hält es für eine Verschreibung von
*hermaltra (vgl. mhd. hermalter) mit dem in
Pflanzenbezeichnungen häufig vorkommen-
den Suffix -tra, -ter ( affoltra), aber mög-
licherweise wurde das Wort von anderen Be-
zeichnungen für diese Pflanze: skozmalta
u. a. (zu ahd. malta Melde; vgl. Marzell
[194358] 2000: 1, 442) beeinflußt.

Nach Marzell, a. a. O. 1, 441 wäre auch eine
Verwechslung mit hermel Echte Kamille
(Matricaria chamomilla L.) möglich, einer
Pflanze die auch wie A. vulg. matricaria
hieß und deren alte N. n. anthemis, anthemi-
sium (Diefenb. 37b) mit artemisia ver-
mengt wurden
(nach Björkman gehört übri-
gens auch hermel zu harmo, anders Marzell,
a. a. O. 3, 69). Dagegen spricht aber, daß
hermel und ähnliche Bezeichnungen erst
frühnhd. belegt sind.

Ahd. Wb. 4, 997; Splett, Ahd. Wb. 1, 1219; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 540; Schützeichel⁶ 159; Starck-Wells
271; Schützeichel, Glossenwortschatz 4, 299.

Information

Volume IV, Column 984

Show print version
Citation symbol Citation
Symbol XML file Download (TEI)
Symbol PDF file Download (PDF)

Lemma: