*einezzelên, einzelênAWB adv., nur Gl. 2, 373, 68
(Clm 18375, 10. Jh., nach B. Bischoff 9. Jh.)
einclelien mit einem Punkt oberhalb und einem
Punkt unterhalb des ersten l: ‚Mann für
Mann, einzeln, nacheinander, viritim‘. Die c-
Schreibung steht wohl wie in dem Adv. Pa ai-
nacem für [ts]; → einezzên (anders Paul, Mhd.
Gr.²³ § 113. 1150: mhd. einzel zu „ahd. ainaʒ“
mit der Entwicklung n + (i)ʒ, (a)ʒ > z [ts]).
— Mhd. einzeln adv., nhd. einzeln. Das zu-
grundeliegende Adj. erscheint erst im Mhd.
und dann im Frühnhd. (einzel). Bei Luther tritt
beim Adj. neben flektierten Formen von
frühnhd. einzel die Form einzelen auf. Seit
dem 18. Jh. wird auslautendes -n im Nom.,
das aus dem Adv. mhd. (md.) einzeln (ênzelen)
stammt und durch flektierte Kasus des Adj. ge-
stützt wird, weithin üblich. Älteres einzel- lebt
als Bestimmungswort in zahlreichen Zusam-
mensetzungen fort, ferner in das Einzel beim
Tennis.
Ahd. Wb. III, 226; Splett, Ahd. Wb. I, 176; Starck-
Wells 120 (einaʒalun). 803 (einazalēn, einzelēn). 842;
Schade 129 (einzel); Lexer I, 532; Benecke I, 425; Dt.
Wb. III, 351 f.; Kluge²¹ 160; Kluge²² 171; Pfeifer, Et.
Wb. 343; Wilmanns, Dt. Gr. II § 321.
Als Vorform von ahd. *einezzelên ergibt sich
wohl *ainatla-; zur Bildeweise mit l-Suffix vgl.
got. ainakls ‚alleinstehend‘ < *ainakla-
(aschwed. ænkill ‚Witwer‘, mndd. enkel[t],
mndl. eenkel ‚einfach, einzeln‘).