gougarôn
Volume IV, Column 553
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gougarôn sw. v. II, seit 800 in Gl., B,
GB: umherziehen, -streifen, -schweifen;
evagari, garrulus, vacare, vagari, vagus

Var.: c-; -au-; -gr-. Mhd. gougern um-
herschweifen
; daneben mhd. gageren sich
hin und her wiegen, zappeln
, nhd. dial. els.
gugeren schaukeln, hin und her schwanken;
ohne r-Suffix, teils mit anderen intensivie-
renden Suffixen, auch gagen sich hin und
her wiegen
, gogen sich ausgelassen gebär-
den
, gogel ausgelassen, lustig, gogelen
sich ausgelassen gebärden, hin und her gau-
keln, flattern
, nhd. gogel ausgelassen, lu-
stig, übermütig
, nhd. gaukeln flattern,
schwankend fliegen
( gougalôn); vgl.
auch nhd. dial. els. gugen schaukeln, bad.
g(a)uge Pumpschwengel, Schaukel, g(a)u-
gel Schaukel, g(a)ugen schwanken, hin
und her bewegen
, gaukelig schwankend,
g(a)ugeze Schaukel, gäukeln mit dem
Stuhl schwanken
, bair. gauke(l)n schwan-
ken
, schwäb. gagen hin und her schwanken,
schaukeln
, gaukelen unter den Armen em-
porhalten und tragen
, gauken sich hin und
her bewegen
, und wieder anders gebildetes
kärnt. gaugezen taumeln, stolpern.

Ahd. Wb. 4, 374; Splett, Ahd. Wb. 1, 316; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 485 f.; Schützeichel⁶ 138; Starck-Wells
235; Schützeichel, Glossenwortschatz 4, 11; Seebold,
ChWdW8 147; Graff 4, 142; Lexer 1, 724. 1044.
1059; Götz, Lat.-ahd.-nhd. Wb. 231 (evagari). 693
(vacare). 694 (vagari, vagus); Dt. Wb. 4, 1553 ff.
1562 f.; 8, 672 f.; Kluge²⁴ s. v.; Pfeifer, Et. Wb.² 402.
Raven 196367: 2, 56. Martin-Lienhart, Wb. d. els.
Mdaa. 1, 204; Ochs, Bad. Wb. 2, 303 ff.; Schmeller,
Bayer. Wb.² 2, 24; Fischer, Schwäb. Wb. 3, 17. 100 f.;
Lexer, Kärnt. Wb. 110.

Ahd. gougarôn hat in den anderen germ.
Sprachen keine Entsprechungen. Mit dem in-
tensiv-iterativen l-Suffix sind gebildet: nost-
fries. gȫkeln, kȫkeln, gücheln rasche Bewe-
gungen machen, rasch hin und her fahren,
tänzeln
; me. gog(e)len tänzeln, umher-
schweifen
, ne. goggle die Augen bewegen,
mit dem Haupt umherschweifen
: < west-
germ. *goglōe/a-. Wie das Nebeneinander
der unterschiedlichen Konsonanten (g/k) und
Vokale (a/u/o) zeigt, liegt eine onomato-
poetische Wurzel *o-, *ok-, *kok-,
*a- vor, die eine schwingende Bewegung
zum Ausdruck bringt. Die meisten Formen
sind nochmals mit dem intensiv-iterativen r-
oder l- oder z(z)-Suffix erweitert (zu diesem
Suffix vgl. Krahe-Meid 1969: 3, § 195 f.; zu
solchen Ableitungen einer onomatopoetischen
Wurzel ga[c]kizzen schnattern).

Ebenfalls onomatopoetischen Ursprungs ist
ne. jog(gle) zittern, bewegen.

Das hierher gestellte kymr. gogi zittern existiert nicht.

Doornkaat Koolman, Wb. d. ostfries. Spr. 1, 661 f.
704; ME Dict. s. v.; OED² s. v.

S. gougalôn.

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