klûsa
Volume V, Column 625
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klûsa f. ō(n)-St., seit dem 8. Jh. in Gl.:
umzäuntes Gelände, Eng-, Gebirgspass;
canalis, caulae, claustrum, clausum, pila

Var.: ch-. Das Wort ist aus mlat. clūsa f.
Gebirgspass, Engpass, Befestigungsanlage
entlehnt. Mhd. klûs(e) st./sw.f. Klause,
Einsiedelei, Wohnung, Behausung
, nhd.
Klause f. Einsiedelei, Klosterzelle, kleinere
Wohnung, Zimmer, Talenge, Schlucht
. In
der mlat. Lautung clausa ist es als mhd.
klôs(e) sw.f. Klause, Einsiedelei entlehnt.
Dieser Vokalismus war, wie die Ableitung
ahd. klôsinri Klausner (s. d.) zeigt, bereits
im Ahd. vorhanden.

Ahd. Wb. 5, 266; Splett, Ahd. Wb. 1, 467 f.; Köbler,
Wb. d. ahd. Spr. 668; Schützeichel⁷ 178; Starck-Wells
337; Schützeichel, Glossenwortschatz 5, 265; See-
bold, ChWdW8 178; ders., ChWdW9 473; Graff 4,
565; Lexer 1, 1630. 1640; 3, Nachtr. 275; Diefenbach,
Gl. lat.-germ. 126 (clausa). 434 (pila); Dt. Wb. 11,
1035 ff.; Kluge²¹ 375; Kluge²⁵ s. v.; Pfeifer, Et. Wb.²
664.

Aus mlat. clūsa f. Gebirgspass, Engpass,
Befestigungsanlage
stammen auch: mndd.
klūse Klause, Einsiedlerwohnung, Engpass;
mndl. clūse, nndl. kluis Klause, Einsiedler-
wohnung, Engpass
; nwestfries. klūs Klau-
se, Zelle
; ae. clūs(e) Schranke, Bolzen,
Klause, Zelle, Einschließung
(die neueren
Formen me. clōs, ne. close umzäuntes Ge-
lände
gehen dagegen auf afrz. clos dss.
zurück).

Das bei Holthausen, As. Wb. 42 angeführte
as. klūsa Klause (nach ihm in den kleineren
Denkmälern belegt) ist ein Ghostword (das
Wort wird denn auch bei Tiefenbach, As.
Handwb. nicht aufgeführt).

Aus dem ndl. Wort stammen in der see-
mannssprachlichen Bedeutung Öffnung für
die Ankerkette
nhd. Klüse, ndän. kly(d)s,
nnorw. klyss, nschwed. klys, ebenso nruss.
kljuz.

Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. 2, 1, 591; Schiller-
Lübben, Mndd. Wb. 2, 494; Verwijs-Verdam, Mndl.
wb. 3, 1600 ff.; Franck, Et. wb. d. ndl. taal² 320;
Vries, Ndls. et. wb. 333; Et. wb. Ndl. Ke-R 85; Fryske
wb. 11, 62 f.; Dijkstra, Friesch Wb. 2, 68; Holthausen,
Ae. et. Wb. 53; Bosworth-Toller, AS Dict. 160; Suppl.
129; ME Dict. s. v. clōs n.; OED² s. v. close n.¹; Falk-
Torp, Norw.-dän. et. Wb. 1, 538 f.; Nielsen, Dansk et.
ordb. 227. 265; Ordb. o. d. danske sprog 10, 704.
711 f.; NOB s. v. klyss; Hellquist, Svensk et. ordb.³
472; Svenska akad. ordb. s. v. klys. Kluge 1911:
460 f.

Mlat. clūsa f. ist (mit sekundärem -ū-, das
aus den komponierten Formen des Verbs auf
das Simplex übertragen wurde) nom.sg.f.
part.perf. von lat. claudere (ver-)schließen,
zusperren
, das möglicherweise zur Gruppe
um ahd. lôz Los, Schicksal und sliozan
schließen gehört (s. dd.).

Das Neutrum clausum eingeschlossen ist
in nfrz. clos eingefriedeter Weinberg fort-
gesetzt.

Walde-Pokorny 1, 492 ff.; Pokorny 604 f.; Walde-
Hofmann, Lat. et. Wb. 1, 229 ff.; Ernout-Meillet, Dict.
ét. lat.⁴ 125 f.; de Vaan, Et. dict. of Lat. 118; Thes.
ling. lat. 3, 1300 ff.; Niermeyer, Med. Lat. lex.² 1,
252 f.; Du Cange² 2, 379; Körting, Lat.-rom. Wb.³ Nr.
2243; Meyer-Lübke, Rom. et. Wb.³ Nr. 1973; Wart-
burg, Frz. et. Wb. 2, 1, 747 ff. Mlat. Wb. 2, 733 f.
Stotz 19962004: 3, § 79.

S. klôstar.

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