aderuna
Band I, Spalte 53
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aderuna (?), nur in dem Segen Gegen Fall-
sucht
(Steinmeyer, Spr.denkm. 380, 16), Hs. P
(12. Jh.); Hs. M (11. Jh.) hat arome. Beide Hss.
sind sehr entstellt und trotz verschiedener Deu-
tungsversuche bleibt manches unsicher, darun-
ter auch die Bedeutung dieser Wörter. Nach
Th. v. Grienberger, ZfdA. 42 (1898), 190 ist ade-
runa als *aderun, akk.pl. von âdra Ader (s. d.),
arome als *adrom, dat.pl. desselben Wortes zu
lesen; so soll die Zeile in P daz er aderun
(akk.pl.) aderon (dat.pl.) ferbunde
, in M daz
er adrom (dat.pl.) adren (akk.pl.) ferbunte
lau-
ten.

Andere Deutungen sind sehr unwahrscheinlich: nach
W. Krogmann, Arch. f. d. St. d. neueren Spr. 173
(1938), 5. 10 steht arome für *aromo, gen.pl. von arm
Arm mit Sproßvokal: daß er die Adern der Arme
verbinde
; in P wurde das nicht mehr verstandene
Wort an das folgende aderon angeglichen. Dagegen
deutet Ehrismann, Gesch. d. dt. Lit. I, 113 aderuna als
einen aus Ader gebildeten Personennamen: daß er
Aderuna die Adern verbinde
, ohne arome zu erwäh-
nen. Den nur von K. Hofmann, Sitz.ber. d. bayer.
Akad. d. Wiss. 1871, 664 erwähnten Vorschlag W.
Scherers, arome als ci Rome zu lesen, hat Scherer sel-
ber offenbar nie zu Papier gebracht.

Ahd. Wb. I, 31 (aderuna). 661 (arome).

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