agat
Band I, Spalte 87
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agat m. a-St., nur in Gl. des 10.12. Jh.s:
Achat, auch Erdpech, lapis nigellus, gagatis la-
pis
Var.: agath und agaht, einmal agant.

Ahd. Wb. I, 60 f.; Starck-Wells 17; Graff I, 129; Die-
fenbach, Gl. lat.-germ. 17.

Form und Bedeutung legen nahe, das ahd.
Wort über afrz. acate, agathe auf mlat. achates
(mit [kh]) zurückzuführen, das seinerseits aus
gr. ἀχτης entlehnt ist; nach Leumann, Lat.
Laut- u. Formenlehre § 115, 1, kann spirantische
Aussprache des -ch- in gr. Lehnwörtern des La-
teins nicht belegt werden. Da die antike Tradi-
tion, das Wort komme von dem Namen eines
sizilischen Flusses, an dem zuerst ein Achat ge-
funden wurde (Isidor, Etym. 16, 11, 1), wenig
Glauben verdient die Namengebung dürfte
wohl umgekehrt vor sich gegangen sein , so ist
die Vermutung außeridg. Ursprungs nicht von
der Hand zu weisen, s. Lewy, Semit. Fremdw. im
Gr. 56; Frisk, Gr. et. Wb. I, 199; Chantraine,
Dict. ét. gr. 149.

Mittellat. Wb. I, 115; Wartburg, Frz. et. Wb. (Neube-
arb.) XXIV, 103 (wo volksetym. Anlehnung an For-
men von gr. ἀγαϑή mit Recht zurückgewiesen wird);
Gamillscheg, Et. Wb. d. frz. Spr.2 17.

Derselben Herkunft sind as. agāt, mndd. āget,
auch āgat; mndl. ac(h)aet, agaet, nndl. agaat;
me. achāte(s), auch ac(c)ate, agaten, achites, ne.
agate; ndän. nnorw. nschwed. agat. In die balt.-
slav. Sprachen kam das Wort meist über nhd.
Vermittlung: russ. poln. agat, lit. agatas.

Holthausen, As. Wb. 1; Lasch-Borchling, Mndd.
Handwb. I, 1, 48; Schiller-Lübben, Mndd. Wb. I, 45;
Verdam, Mndl. handwb. 1. 31 f.; Vries, Ndls. et. wb.
10; Franck, Et. wb. d. ndl. taal2 11; ME Dict. AB, 76;
OED I, 175; Falk-Torp, Norw.-dän. et. Wb. 15; Hell-
quist, Svensk et. ordb.3 6; Ordb. o. d. danske sprog I,
352; Svenska akad. ordb. A794 ff.; Vasmer, Russ. et.
Wb. I, 4.

Wie oft bei Lehnwörtern dieses Sachgebietes ist das
Wort im Hochmittelalter ein zweites Mal und zwar
direkt aus dem Lat. adoptiert worden, mit spirant.
Aussprache des -ch-, mhd. achates, so in Wolframs
Parz. 791, 11 (auch manche me. Formen haben wohl
diese Herkunft), und dementsprechend nhd. Achat.
Soweit das Wort in den dt. Mdaa. (mit -ch-) ge-
braucht wird, hat es neben der hochspr. Bedeutung
häufig den speziellen Sinn von Kinderspielkugel,
Klicker (aus Glas)
.

H. Palander, Frz. Einfluß im 12. Jh. 105; H. Suolahti,
Frz. Einfluß im 13. Jh. 44; Lexer I, 18; Benecke I, 6;
Adelung, Gr.-krit. Wb. d. hd. Mda. I, 129; Kluge21 5.
Martin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. I, 20; Fischer,
Schwäb. Wb. I, 114; Christmann, Pfälz. Wb. I, 117 f.;
Maurer-Mulch, Südhess. Wb. I, 126; Jungandreas,
Ndsächs. Wb. I, 24.

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