beinwella
Band I, Spalte 520
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beinwella f. (nur im Nom. Sg. in Gl. vom
12. Jh. an belegt) Beinwell, große Wallwurz,
consolida (maior, centrix), symphytum
(Symphy-
tum officinale L.; zu Gl. 3, 538, 15 consolida mi-
nor: cleine beinwelle s. Ahd. Wb. I, 852); Var.:
pain-, bain-, beyn-, ben-; -welle. Nhd. Bein-
well; mndd. bēinwelle; schwed. mdartl. ben-
välla.

Das Wort ist eine Zss. aus bein Knochen, Bein
(s. d.) und *wella, einem Substantiv zum sw.v.
wellen (Knochenbrüche) heilen ein Aus-
druck der älteren Medizin, der erst seit dem
12. Jh. belegt ist. Das Verb wellen ist ein Kau-
sativum zum erst später bezeugten intrans.
Verb wallen zusammenwachsen, heilen (
beinwalla und vgl. mhd. walwurz, nhd. Wall-
wurz), das noch heute in der Pflanzenkunde
gebräuchlich ist und zwar in der Zss. überwal-
len wieder zusammenwachsen, zuwachsen (bei
einer dem Baumstamm beigebrachten Verlet-
zung)
(Marzell, Dt. Heilpflanzen2 186 f.; Stal-
der, Versuch eines schweiz. Id. II, 432; Martin-
Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. II, 811; vgl. auch
Fischer, Schwäb. Wb. VI, 1, 71). Daß diese Ver-
ben mit ahd. wallan red.v. sieden, (auf)wallen
(s. d.) und mhd. wellen zum Sieden oder
Schmelzen bringen
(Lexer III, 745 f.) identisch
sind, läßt sich kaum bezweifeln, aber die Be-
deutungsentwicklung ist unklar; im Dt. Wb.
XIII, 1280 wird Einfluß von zusammenwallen
coāgulāre vermutet.

Diese Pflanze galt als Heilpflanze, besonders
für Knochenverletzungen und Beinbrüche

(Marzell, Wb. IV, 538).

Ahd. Wb. I, 852; Starck-Wells 44; Lexer I, 160; Be-
necke III, 674; Diefenbach, Gl. lat.-germ. 144 (conso-
lida). 535 (symphytum); Dt. Wb. I, 1389 (Beinwell);
XIII, 1280 (wallen); XIV, 1, 1, 1429 f. (wellen);
Kluge21 63; Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. I, 1,
210; Schiller-Lübben, Mndd. Wb. I, 235; VI, 49; Hell-
quist, Svensk et. ordb.3 63. Marzell, Dt. Heilpflanzen2
186 f.; ders., Wb. d. dt. Pflanzennamen IV, 536 ff.; Fi-
scher, Mittelalt. Pflanzenkunde 285; E. Björkman,
Zfdt. Wortf. 3 (1902), 281.

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