antwurti³
Band I, Spalte 288
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antwurti3 n. ja-St., antwurtî1 f. īn-St. Ant-
wort; responsum, oraculum
. Mhd. antwürte,
-wurt st.n.f., später auch antwort; nhd. Ant-
wort.

Ahd. Wb. I, 574 ff.; Schützeichel3 10; Starck-Wells
32; Graff I, 1023; Schade 23; Lexer I, 83; Benecke III,
810; Dt. Wb. I, 508 ff.; Kluge21 26.

Zu vergleichen sind as. andwurdi, -wordi n.,
mndd. antwōrde n.(f.); mndl. antwoorde f., ant-
wort n.f., nndl. antwoord; afries. ondwarde,
antwerde, antwert n.f.; ae. andwyrde n.; got. an-
dawaurdi n. Antwort. Alle Formen sind Zss.
aus *and- ( ant-) und *wu/orđ- ( wort),
mit der Bed. Gegenwort, -rede und dem bei
Zss. beliebten ja-Suffix; die f. īn-Stämme sind
sekundär (vgl. Braune, Ahd. Gr.13 § 201 Anm. 1;
Wilmanns, Dt. Gr. II, § 189). Vor folgendem j
oder ī zeigen Ahd. und Ae. regelmäßig u bzw.
dessen Umlaut gegenüber o in ahd. wort, ae.
word (a-Stämme). Auch afries. ondwarde hat a
für postlabiales e (i-Umlaut von u) vor r (vgl.
Helten, Aostfries. Gr. § 7 a. 29 Anm. 3; ders.,
Lex. d. Aostfries. 259 ff.). Im Got. fallen die Al-
lophone vor r zusammen, während z. T. schon
im As. wie in den jüngeren mndd., mndl. nndl.,
spätmhd. und nhd. Formen der Vokalismus
durch Wort beeinflußt wird.

Die schon von E. Sievers, Böhtlingk-Festschrift 113,
aufgeworfene Frage, ob vielleicht diese Wörter urspr.
nichts mit Wort zu tun hätten, sondern zu got. and-
wairþs gegenwärtig zu stellen seien ( antwart, ant-
wert, antwurti1), taucht immer wieder in der For-
schung auf: vgl. z. B. W. Wissmann, Krause-Festschrift
267 Anm. 87 und neuerdings R. Lühr, ZfdA. 109
(1980), 49 und Anm. 3.

Dagegen ist in erster Linie einzuwenden, daß
schwundstufige Varianten von germ. *andwerd-,
*andward- mit Sicherheit nur für das Deutsche anzu-
setzen sind, während die Zss. mit der Bed. Antwort
fast überall (nur nicht im Nordischen) schon in alter
Zeit vorkommen. Worauf Wissmann seine Behaup-
tung stützt, daß die Lautverhältnisse von ae. and-
wyrdan (= ahd. antwurten, s.d.) eher für urspr. Zu-
sammenhang mit got. andwairþs ... sprechen
, ist un-
klar. Man vgl. die ohne Zweifel mit word komponier-
ten Zss. tornwyrdan zornig reden, willewyrdan ei-
nem zu Willen reden, gute Worte geben
(Holthau-
sen, Ae. et. Wb. 411; K.Jost, Anglia-Beiblatt 34
[1923], 10).

Holthausen, As. Wb. 3; Sehrt, Wb. z. Hel.2 31; Berr,
Et. Gl. to Hel. 30; Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. I,
1, 111; Schiller-Lübben, Mndd. Wb. I, 111; Verdam,
Mndl. handwb. 41; Franck, Et. wb. d. ndl. taal2 19;
Vries, Ndls. et. wb. 17; Holthausen, Afries. Wb. 3;
Richthofen, Afries. Wb. 962 f.; Helten, Lex. d. Aost-
fries. 259 ff.; Holthausen, Ae. et. Wb. 411; Bosworth-
Toller, AS Dict. 42; Suppl. 41; Feist, Vgl. Wb. d. got.
Spr. 48.

S. auch antwurten2, antlingen.

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