beckîn, beckî
Band I, Spalte 508
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beckîn, beckî n. a-St. (zur Dekl. der Dimin.
auf -în, -lîn s. Braune, Ahd. Gr.13 § 196 Anm. 3)
Becken, Gefäß, bac(c)inum, labrum, cantharus
Var.: bec(c)h-, pec(c)h-, bek-. Mhd. becke(n)
n., nhd. Becken n.

Ahd. Wb. I, 861 f.; Schützeichel3 13; Starck-Wells 45;
Graff III, 30; Schade 48; Lexer I, 138; Benecke I, 97;
Diefenbach, Gl. lat.-germ. 65; Dt. Wb. I, 1216;
Kluge21 59. Alanne, Dt. Weinbauterminologie 81;
Franz, Lat.-rom. El. im Ahd. 19; Seiler, Entw. d. dt.
Kultur 78.

Dieses Lehnwort aus mlat. bac(c)īnum hat Ent-
sprechungen auch in anderen wgerm. Dialek-
ten: as. bekkin, mndd. becken; mndl. beckijn,
becken, -in, nndl. bekken; afries. bekken. Das
Wort ist im Ae. nicht belegt; dafür tritt me. das
frz. Lehnwort bācn, bās(c)n Becken, Helm
auf (< afrz. bacin, nfrz. bassin, das auch aus
mlat. bac[c]īnum stammt), ne. basin Becken.

Holthausen, As. Wb. 6; Wadstein, Kl. as. Spr.denkm.
171; Lasch-Borchling, Mndd. Handwb. I, 1, 69;
Franck, Et. wb. d. ndl. taal2 45; Vries, Ndls. et. wb. 41;
Holthausen, Afries. Wb. 6; Richthofen, Afries. Wb.
622; ME Dict. AB, 600 f.; OED I, 691.

Mlat. bac(c)īnum (auch bac[c]inus, bei Gregor
von Tours bacchinon: paterae quas vulgo bacchi-
non vocant) hängt mit spätlat. *bacca, *baccus,
-um (> nfrz. bâche Wasserbehälter, bac
Fähre), baccea, bachea, -ia (> mfrz. basse vase
en bois
) zusammen. Die Herkunft der ganzen
Sippe ist unbekannt. Keltischer Ursprung wird
oft vermutet, aber sichere Verknüpfungen feh-
len: kelt. (gall.?) bacausas concas ereas (Holder,
Acelt. Spr. I, 320), das viell. hierher gehört, ist
auch unerklärt. Nach J. Hubschmid, Zfrom. Ph.
66 (1950), 35 f. 92. stammen all diese Wörter
aus einer voridg. Spr. und sind mit georg. bako
Geschirr, Gefäß, bakani Schädel, hölzerne
Schale
verwandt. Sehr zweifelhaft.

Zu *baccus, -um (back-) s. Mittellat. Wb. I, 1305. Ob
ein spätlat. Wort bacca vas aquarium tatsächlich vor-
kommt, ist zweifelhaft. Trotz Du Cange I, 522, Seiler,
a.a.O. 78 u. a. ist es weder in den sog. Isid. Gl. (vgl.
Migne, Patr. Lat. 83, 133738; G. Loewe, Prodromus
Corporis Glossariorum Latinorum 23 ff., bes. 55. 85)
noch bei Isid., Etym. 20, 5, 4 (wo nicht bacca, sondern
baccea, bachea zu lesen ist; vgl. auch Thes. ling. lat. II,
1668) belegt. Zum etwas schattenhaften Glossenwort
bacca = capulum, -us, s. Wartburg, Frz. et. Wb. I, 198;
G. Loewe, a.a.O. 56.

Walde-Hofmann, Lat. et. Wb. I, 91; Thurneysen, Kel-
toromanisches 39 ff.; Körting, Lat.-rom. Wb.3 Nr.
1136; Meyer-Lübke, Rom. et. Wb.3 Nr. 866; Wart-
burg, Frz. et. Wb. I, 199 ff.; Gamillscheg, Et. Wb. d.
frz. Spr.2 90; G. Gröber, Arch. f. lat. Lex. I (1967), 247;
Mittellat. Wb. I, 1307.

Unsicher, ob bacar vas vīnārium (Festus-Pau-
lus) hierher gehört oder zu bāca, bacca Wein-
beere
; bechari.

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