fehtalari
Band III, Spalte 108
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fehtalari, nur in Gl. 1, 224, 21 (Ra, 10. Jh.):
polimitem: fehtalari fedarfech. Das lat. Lemma
polimitem (akk.sg. von *polymitis, einer Va-
riante von polymitus aus Damast, bunt[ge-
webt]
[?s. u.]), wird auf zweierlei Weise glos-
siert: fedarfêh (s. d.) bedeutet wohl bunt wie
Federn
, aber fehtalari ist ungeklärt. Alle bishe-
rigen Deutungen sind höchst unwahrscheinlich
(vgl. die Zusammenfassung bei Splett, Abro-
gans-Studien 322 f.: eine Verwechslung von po-
limitem mit gr. πολεμιστῆς Kämpfer, Krieger
[K. Albers, Der lat. Wortschatz des Abrogans
(Diss. Münster, 1956)] ist bestimmt abzuleh-
nen. Es kann sich kaum um eine Zss. aus fêh
verschiedenfarbig, bunt [s. d.] und einem lat.
Lehnwort talaria Talar handeln, denn dieses
Lehnwort ist erst seit dem 16. Jh. belegt [vgl.
Starck-Wells 144: buntgewebtes Amtskleid]).
Auch Spletts Deutung von talaria als ein ver-
derbter Rest von lat. (multi)colori(um) über-
zeugt nicht.

Da polymitus auch substantiviert werden kann,
ist eine weitere Erklärungsmöglichkeit zu erwä-
gen: ein Subst. auf -ri (s. d.) zu einem nicht be-
legten Wort *fêhtal, einer Nominalableitung zu
fêhen (s. d.) mit idg. *-tlo-Suffix (wie in ahd. sta-
dal das Stehen, sedal das Sitzen [vgl. Kluge,
Nom. Stammbildung3 § 97. 142; Wilmanns, Dt.
Gr. II § 214]) mit der Bedeutung etwa Buntwe-
berei, Damastarbeit
. Ahd. fêhtalri könnte
dann viell. Damastgewand bedeuten (vgl. gota-
webbi polymito Gl. 1, 654, 4; gotawebbi wur-
chenter Damastweber, polymitarius Gl.
1, 427, 25). Zu Wörtern auf -ri mit sächlicher
Bed. s. Wilmanns, a. a. O. § 227 und vgl. ahd.
ahslri m. Kopfkissen, halsri m. dss., wang-
ri m. dss., mhd. sedelære m. Sitzkissen. Ahd.
Wb.
III, 684
; Graff III, 426.

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