forabacho
Band III, Spalte 470
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forabacho adv., nur Gl. 2, 512, 34 f. (2 Hss.,
11. Jh.): augenscheinlich, von Angesicht zu
Angesicht, coram, praesentialiter
. Es handelt
sich wohl um eine adv. Zusammenbildung auf
-o, die eigtl. *forabacko vor der Backe lauten
sollte. Die auch sonst vorkommende Ver-
wechslung von backo und bacho (vgl. kinni-
backo, -bacho und backo) hat hier wohl un-
ter dem Einfluß der parallelen Bildung *hin-
tarbacho hinter jmds. Rücken, hinterrücks,
postergum
(s. d.) stattgefunden. Adv. Zusam-
menbildungen dieser Art mit einem Subst. als
zweitem Bestandteil sind im Germ. sehr selten,
aber daß sie nicht fehlten, zeigt got. and-augjo
offenbar zu and-augi n. Antlitz. Sie waren
wohl ursprl. Adverbien zu adj. Zusammenbil-
dungen wie ahd. elilento in der Fremde, im
Ausland
zu elilenti fremd (s. d. d. und vgl.
Wilmanns, Dt. Gr. II § 313 ff.). Eine verlorene
adj. Zusammenbildung *anaougi gegenwärtig
setzt auch anaougî f. īn-St. Gegenwart (s. d.)
voraus. Später konnten wohl solche Adverbien
ohne zugrundeliegende Adjektive gebildet
werden. Die Zusammenbildung forabacho und
*hintarbacho (wie auch *anaougi und got. and-
augjo) sind aus syntaktischen Verbindungen
entstanden (vgl. Wilmanns, a. a. O. § 313
Anm.; Krahe-Meid, Germ. Sprachwiss. II § 17:
unechte Komposition).

Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die lat. Adverbien in
beiden Fällen durch den Nom. Sg. eines Nomens glos-
siert wurden (vgl. Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 312. 550;
Starck-Wells 171. 277; Ahd. Wb. III, 1147 wird fora-
bahho richtig als Adv. angesetzt und mit hint[er]bacho
verglichen, aber IV, 1116 f. wird hintarbahho als
Rückseite, Hinterseite definiert. Nur bei Splett, Ahd.
Wb. I, 37 sind beide Wörter als Adverbien bezeichnet.
Schützeichel, Glossenwortschatz III, 255; Götz,
Lat.-ahd.-nhd. Wb. 153 (coram). 513 (praesentialiter).

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