gît
Band IV, Spalte 423
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gît m./n. a-/i-/u-St., nur Dat.Sg. in Gl.
2,222,23 (9. Jh., bair.) kite . voracitate: Eß-
gier, Gefräßigkeit; voracitas
. Mhd. gît
st. m. (neben gîte st. f.) Gierigkeit, Habgier,
frühnhd., bair., tirol., kärnt. geit, schweiz.
gyt, gît ds.. Davon abgeleitet ist das Verb
nhd. geiten, alem., schweiz. gîten. Mhd. gîz
st. m., nhd. Geiz übertriebene Sparsamkeit,
Habsucht, Knauserei
stellen demgegenüber
Rückbildungen aus dem Verb mhd. gît(e)sen
gierig, habgierig sein dar.

Ahd. Wb. 4, 293; Splett, Ahd. Wb. 1, 308; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 455; Schützeichel6 135; Starck-Wells 224;
Schützeichel, Glossenwortschatz 3, 469; Bergmann-
Stricker, Katalog Nr. 652; Graff 4, 145; Lexer 1,
1024; 3, Nachtr. 212; Götz, Lat.-ahd.-nhd. Wb. 720
(voracitas); Dt. Wb. 7, 2808 ff.; Kluge21 243; Kluge24
s. v.; Pfeifer, Et. Wb.2 416. Schweiz. Id. 2, 505 f.;
Stalder, Versuch eines schweiz. Id. 1, 439; Schmeller,
Bayer. Wb.2 1, 958; Lexer, Kärnt. Wb. 112.

Ahd. gît < urgerm. *īđa-/i-/u- ist eine Ab-
leitung von der Verbalwz. uridg. *ghedh-
wünschen, erwarten (zur weiteren Etymo-
logie s. gîsal Geisel). Das Verb mhd.
gît(e)sen hat eine Entsprechung in ae.
gītsian, gīdsian, me. yītsen begehren, ver-
sessen sein auf
< urgerm. *īđsie/a- (zu-
meist mit Assimilation von *-đ- zu *-t- vor
*-s-), eine Bildung mit s-Suffix in intensiv-
iterativer Funktion (vgl. Krahe-Meid 1969:
3, § 187).

Fick 3 (Germ.)4 134; Holthausen, Ae. et. Wb. 131;
Bosworth-Toller, AS Dict. 478 f.; Suppl. 473; ME
Dict. s. v.; OED2 s. v. yisse.

S. gîsal.

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