anabolz
Band I, Spalte 218
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anabolz m. (oder n.?) a-St. Amboß, incus,
zweimal in Gl. 1, 509, 33 und 2, 759, 22 aus dem
11./12. Jh. und beidemal in Hss. rhein. Her-
kunft (s. auch Wadstein, Kl. as. Spr.denkm. 77,
32 bzw. 80, 16), aus germ. *-bulta-; dazu ge-
hört, mit anderer Ablautsstufe und ja-Erweite-
rung, das einmal bezeugte anabelzi n. ja-St., Gl.
4, 203, 58 (11./12. Jh., ebenfalls westmd.), aus
germ. *-baltja-. (Vgl. mndd. ānebelte, -bolt, am-
bolt; mndl. aen-, ānebelt, -bilt, nndl. aan-, auch
aambeeld; ostfries. ambolt). Die Form ambolt
u. ä. (mit -l-) war zu Anfang die vorherr-
schende Variante auf ndd. Gebiet daher die
im Skand. entlehnten Formen, ndän. nnorw.
ambolt, nschwed. ambult (auch -bolt), nisl. am-
bolti (statt des altheimischen steði m. jan-St.);
ndd. ambolt ist auch mdartl. noch immer weit-
hin im Schwange, wenngleich seit dem 19. Jh.
das hd. (und hochsprl.) amboß konkurriert und
wohl zu allerlei Kontamination geführt hat, die
jedoch ohne genaue Kenntnis der örtlichen
Verbreitung noch gibt es keine Wortgeogra-
phie des Amboß nicht zu entschlüsseln sind.

So verzeichnet Müller, Rhein. Wb. I, 158, sowohl am-
boß wie -bolt, dazu die Mischformen ampǝlts und
ampsǝlt (I, 189); Westf. Wb. I, 146 f. (ānebolt, neben
dem immer mehr durchdringenden hd. amboß und
dem südost-westf. ānebōt und ānefilt); Jungandreas,
Ndsächs. Wb. I, 306 f. (am-, anebölt, auch -bott, -boß,
-belt und -bult); ähnlich Schambach, Wb. d. ndd.
Mda. 9; Dähnert, Platt-Dt. Wb. 8; Brem.-ndsächs. Wb.
I, 14.

S. ana, bolz2. Vgl. auch anabôz, -falz. Ahd.
Wb.
I, 411
; Starck-Wells 24 f.

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