fizze
Band III, Spalte 338
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fizze f. jō-St.(?), nur Gl. 1, 140, 12 (K) ficze:
Fehler, Laster, Schandtat, vitium. Das Wort
ist wohl aus spätlat. vitiu(m) entlehnt; das Ge-
nus ist viell. von dem gleich klingenden ahd.
Wort fizza, -e Garnfaden (s. d.) beeinflußt.
Ein n. ja-St. müßte im 8. Jh. *fizzi lauten. Zu
anl. f- für lat. v- vgl. Lessiak, Dt. Konsonantis-
mus 72 ff.; zur Endung -e für altes -ja vgl.
Braune, Ahd. Gr.15 § 58 Anm. 1.

Sehr unwahrscheinlich Koegel, Über die Keron. Gl.
153 und Splett, Abrogans-Studien 211. 443: lat. vitium
wurde mit lat. licium Gewebe, Faden verwechselt
und mit fizza Garnfaden glossiert. Das Wort ist auch
kaum mit ahd. fizzusheit Schlauheit, Verschlagenheit,
List
verwandt (E. Gutmacher, PBB 39 [1914], 235
Anm. 3; fizzus).

Ahd Wb. III, 935 (?fizzi st. n.); Köbler, Wb. d. ahd.
Spr. 298 (fizzi st. n. [ja]?); Starck-Wells 162 (fizzi
st. n.[?]); Schützeichel. Glossenwortschatz III, 190 (s. v.
fizza); Seebold, ChWdW8 129; Götz, Lat.-ahd.-nhd.
Wb. 716 (vitium).

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